Trotz Diabetes Mutter werden

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Diabetikerinnen können heutzutage ohne weiteres ein Kind bekommen. Denn bei sorgfältiger Therapie und guter Einstellung der Blutzuckerwerte besteht kein besonderes Risiko für das ungeborene Kind.

Hohe Blutzuckerwerte können beim Ungeborenen zu ernsten Schäden führen. Das Risiko schwerer Fehlbildungen ist etwa fünf Mal höher als bei gesunden Müttern. Besonders gefürchtet sind Herzfehler, Nierenschäden oder Spaltbildungen in der Wirbelsäule.

Ein erhöhter Insulinspiegel regt beim Embryo zudem die Ausschüttung von Wachstumshormonen an: Bei schlechter Stoffwechsellage entwickelt sich häufig ein übermäßig großes Baby. Das betrifft nicht nur den Körper, sondern auch wichtige Organe wie Herz und Leber – sie sind zwar rasch gewachsen, aber ihre Reifung ist nicht abgeschlossen, sie sind daher besonders anfällig. Es besteht die erhöhte Gefahr einer ausgeprägten Neugeborenen-Gelbsucht. Außerdem drohen Atmungsprobleme, Herzrhythmusstörungen und plötzliche Unterzuckerung.

Auf die optimale Einstellung kommt es an

Dennoch müssen Diabetikerinnen nicht auf eine Schwangerschaft verzichten. Denn eine normnahe Blutzuckereinstellung schon vor der Empfängnis und eine gewissenhafte, disziplinierte sowie ärztlich überwachte Stoffwechselkontrolle während der Schwangerschaft minimieren die Gefahr, dass es zu einer Fehlgeburt oder Behinderungen kommt.

Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel kann auf Grund der hormonellen Umstellung der Blutzuckerspiegel unberechenbar schwanken; es kommt häufiger zu Unterzuckerungen, der Tagesbedarf an Insulin nimmt wahrscheinlich ab. Da muss rasch mit kurz wirksamem Insulin oder durch Zufuhr von Broteinheiten reagiert werden. Die Blutzucker-Selbstkontrolle sollte nun vor und nach jeder Mahlzeit, vor dem Schlafengehen und zwei Mal pro Woche auch nachts erfolgen.

Nachdem sich der Stoffwechsel in der zweiten Schwangerschaftshälfte stabilisiert hat, sinkt der Insulinbedarf nach der Entbindung unter Umständen drastisch ab. Teilweise ist in den ersten Tagen nach der Geburt überhaupt kein Insulin nötig. Auch das Stillen hat einen blutzuckersenkenden Effekt – die Hormondosis muss deshalb in dieser Phase immer wieder angepasst werden.

Spezialform Schwangerschaftsdiabetes

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit, die sich während einer Schwangerschaft entwickeln kann. Meist tritt sie im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und verschwindet unmittelbar nach der Geburt wieder. 9% der Frauen, die während einer Schwangerschaft an dieser Form des Diabetes leiden, entwickeln in den folgenden Jahren einen Typ-2-Diabetes.

Diese Form der Zuckerkrankheit betrifft meist übergewichtige Frauen sowie Schwangere, in deren Familien bereits einmal ein Typ-2- oder sogar Gestationsdiabetes aufgetreten ist. Weitere Risikofaktoren sind eine vorangegangene Fehlgeburt, vorangegangene Entbindung eines Kindes mit einem Geburtsgewicht von mehr als 4.000 Gramm oder angeborene Fehlbildungen in einer früheren Schwangerschaft. Die Krankheit zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Gestationsdiabetes lässt sich bei etwa 3% aller Schwangeren nachweisen.

Falls einer dieser Risikofaktoren vorliegt, sollte der Frauenarzt einen so genannten Glukose-Toleranz-Test vornehmen. Die normale Harnzuckerbestimmung reicht nicht aus.

WANC 16.02.05/pgk

 

Weitere Fragen und Antworten zur Schwangerschaft finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Eltern_Kind

 



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