Diabetiker: Richtige Einstellung verhindert Kompliaktionen
Diabetiker haben ein etwa zehnfach höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Nichtdiabetikern. Doch weniger als 12% der Menschen mit diagnostiziertem Diabetes erreichen die empfohlenen Werte für Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin. Zahlreiche Forschungsergebnisse zeigen, dass die Kontrolle dieser Werte mögliche Komplikationen entscheidend verzögern oder sogar verhindern kann.
Der Prozentsatz jener, die diese Vorgaben erreichen, hat sich in den letzten zehn Jahren nur geringfügig verändert. Zu diesem Ergebnis ist die Studie National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) gekommen. "Mehr Patienten nehmen Medikamente zur Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin ein, aber zu wenige setzen auch die notwendigen Veränderungen in ihren Lebensgewohnheiten wie Sport, Reduzierung des Fettanteils in der Nahrung und Gewichtsreduktion um", schreibt die leitende Wissenschaftlerin Catherine Cowie.
Die Forscher verglichen die Daten eines repräsentativen Durchschnitts von amerikanischen Erwachsenen über 20 Jahren mit jenen von Diabetikern, die 1988 bis 1994 entweder an der Third National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III) oder 1999 bis 2000 an NHANES teilgenommen hatten.
Studienergebnisse
Die Teilnehmer an der zweiten Studie ähnelten sich in Alter und Geschlecht, wogen jedoch mehr, wurden früher mit Diabetes diagnostiziert und nahmen eher Insulin in Kombination mit anderen Medikamenten ein. Nur 37% dieser Teilnehmer erreichten die von der American Diabetes Association's (ADA) vorgegebenen Blutzuckerwerte. Nur 36% blieben innerhalb der vorgegebenen Blutdruckwerte. 40% litten unter Bluthochdruck. Mehr Patienten erhielten Medikamente zur Senkung der Cholesterinwerte. Trotzdem hatten 52% Werte, die über den empfohlenen 200 mg/dl lagen.
Schon in der ersten Studie hatte sich gezeigt, dass durch eine intensivierte Insulintherapie Komplikationen der kleinen Blutgefäße und der Nerven um 35 bis 76% im Vergleich zur konventionellen Insulintherapie gesenkt werden können. Das Neuauftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen war aber erstaunlicherweise in beiden untersuchten Gruppen gleich.
Nach Beendigung dieser ersten Studie wurden die Patienten innerhalb einer zweiten Studie (Diabetes Interventions and Complications study - EDIER) weiter beobachtet. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine erhielt eine intensivierte Therapie oder wurde auf diese Methode umgestellt. Die Kontrollgruppe wurde hingegen konventionell mit zwei Dosen Mischinsulin behandelt.
Bei 1.441 Studienteilnehmern wurde ein Jahr nach Abschluss der ersten Studie und bei den verbliebenen 1.229 Probanden sechs Jahre später das Verhältnis der inneren und mittleren Gefäßwanddicke, die Intima-Media-Dicke, der Halsschlagader mittels Ultraschall untersucht. Während es nach einem Jahr keine signifikanten Unterschiede zwischen Diabetikern und Nicht-Diabetikern gab, wurden nach sechs Jahren bei den intensiviert behandelten Diabetikern nur geringfügige Veränderungen, bei den konventionell therapierten Diabetikern jedoch bedeutende Gefäßwandverdickungen festgestellt.
Dass nach einem Jahr keine Unterschiede in der Verdickung der Halsschlagadern festgestellt werden konnten, begründen die Autoren mit dem sehr langsamen Fortschreiten des Prozesses der Arteriosklerose und der Teilnehmerzusammensetzung der ersten Studie, die aus vorwiegend jungen Patienten bestand.
Fazit
Es muss davon ausgegangen werden, dass eine gute Blutzuckereinstellung das Fortschreiten von Gefäßwandveränderungen verzögert. Es darf dabei aber nicht vergessen werden, dass neben der guten Blutzuckereinstellung auch die anderen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Eiweißausscheidung im Urin und Rauchen entscheidende ursächliche Mechanismen von großer Wichtigkeit sind.
WANC 03.02.04/pte/dgk
