Was eine frühe Periode mit Diabetes zu tun hat
Der Zeitpunkt der ersten Periodenblutung und das Risiko, an Diabetes zu erkranken, stehen in einem engen Zusammenhang. Je früher die Periode auftritt, desto größer ist die Gefahr, Diabetes oder Vorstufen davon zu bekommen.
Auf den ersten Blick erscheint der Zusammenhang an den Haaren herbei gezogen. Denn warum eine frühe Periode das Diabetesrisiko beeinflussen soll, erschließt sich einem nicht sofort. Doch eine Studie mit 1.503 Frauen im Alter von 32 bis 81 Jahren weist einen solchen Zusammenhang nach. 226 von ihnen hatten Anzeichen einer Diabetes-Vorstufe und 140 eine Diabeteserkrankung. Allerdings hatte gegen die Erwartungen nicht das Gewicht den entscheidenden Einfluss auf das Risiko für Diabetes, sondern das Alter der Frauen, in dem sie ihre erste Periodenblutung bekommen hatten. Je früher diese einsetzte, desto höher war das Diabetesrisiko.
Ursachen des Zusammenhangs unklar
Die Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum in München können allerdings nicht erklären, warum dieser Zusammenhang besteht. Sie vermuten genetische oder sozialökonomische Gründe, räumen aber ein, dass die Entstehungsmechanismen der Erkrankung bisher nicht vollständig geklärt sind. Den Wert ihrer Entdeckung sehen sie vor allem darin, dass künftig Risikopatientinnen für Diabetes anhand ihrer ersten Regelblutung identifiziert und möglicherweise behandelt werden könnten.
WANC 22.12.2011
Quelle: Diabetologia, DOI: 10.1007/s00125-011-2410-3
