Bluthochdruck bei Diabetes: Ein Wert von 130 ist okay
Die Blutdruckwerte konnten gar nicht niedrig genug sein, die Diabetiker mit Bluthochdruck (Hypertonie) erreichen sollten. Nun melden Experten Zweifel an dieser Behandlungsstrategie an, zumal es für sie keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege gibt.
Im Gegenteil: Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass bei Menschen mit Diabetes erhöhte Blutdruckwerte zwar unbedingt behandelt werden müssen. Sie zeigen aber auch, dass eine Senkung des oberen Wertes (systolischer Blutdruck) unter 130 mmHg keine Vorteile mehr bringt – weder in Bezug auf das Herzinfarktrisiko noch in Bezug auf die Sterblichkeit.
Somit besteht nun unter Experten breiter Konsens, dass eine moderate Blutdrucksenkung bei Diabetes ausreicht. Als Zielwerte wurden genannt: systolischer Wert: 130-139 mmHg, und diastolischer (unterer) Wert: 80-85 mmHg.
Mehrere Blutdrucksenker zusammen meist besser als einer allein
Das größere Problem ist aber nach wie vor der erhöhte Blutdruck. Bei vielen Typ-2-Diabetikern gelingt nicht einmal die Blutdrucksenkung in oben genannte Zielkorridore, wie Prof. Ulrich Kintscher von der Charité in Berlin erläuterte. In den meisten Fällen sei dafür eine Kombination mehrerer Blutdrucksenker notwendig – eine Strategie, die in der Hochdrucktherapie bei schwieriger Behandlung ohnehin immer mehr zur Regel wird. Gut geprüfte Kombinationen sind beispielsweise:
- Entwässerungsmittel (Diuretika) plus ACE-Hemmer
- Kalziumblocker plus ACE-Hemmer
- Kalziumblocker plus Entwässerungsmittel
WANC 29.04.2011
Quelle: 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
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