Schützt weniger Schlaf vor Depressionen?
Ja, allerdings nur in therapeutischer Form als gezielter Schlafentzug. Dauerhafter Schlafmangel ist dagegen sowohl als krankheitsbegünstigender Faktor anzusehen als auch als Ausdruck eines depressiven Krankheitsgeschehens, bei dem Schlafstörungen zu den häufigeren Symptomen zählen.
Der Schlafentzug (Wachtherapie) ist eine vergleichsweise effektive und zudem nebenwirkungsfreie Behandlungsmaßnahme, von der jeder zweite Depressive profitiert. Auch wenn die Wirkung nur von kurzer Dauer und nicht sehr ausgeprägt ist, bedeutet sie für viele Patienten schon eine relevante Erleichterung. Der stimmungsaufhellende Effekt am darauffolgenden Tag stellt sich normalerweise unabhängig davon ein, ob ein totaler (Durchwachen der ganzen Nacht) oder ein partieller Schlafentzug (z.B. Wecken gegen 1 Uhr) durchgeführt wird.
Autor: Dr. Hubertus Glaser
