Wie soll ich mich ich als Angehöriger eines Depressiven verhalten?
Angehörige und andere Bezugspersonen können durch einfühlsames, Sicherheit gebendes und geduldiges Verhalten eine wichtige Stütze für depressiv erkrankte Menschen sein und zum Therapieerfolg beitragen. Aufforderungen wie „Reiß Dich zusammen“, das Bagatellisieren der Krankheitszeichen oder eine Überforderung des Betroffenen sind kontraproduktiv und unbedingt zu vermeiden.
Folgende Verhaltenweisen haben sich als hilfreich erwiesen:
- klare und zuverlässige Haltung der depressiven Person gegenüber
- Übernahme einer zeitweisen Führungsrolle
- Akzeptanz der Hilfe durch antidepressive Medikamente
- Entlastung von Entscheidungen, soweit nötig
- Entlastung von überfordernden Aufgaben
- einfache Fragen stellen und Zeit für deren Beantwortung lassen
- Depression erklären
- Eingehen auf Klagen über zahlreiche körperliche Beschwerden
- Eingehen auf Hoffnungslosigkeit
- Eingehen auf Todeswünsche oder Suizidgedanken (offen ansprechen)
- realistische Hoffnung geben durch Hinweise auf bereits erzielte objektive Fortschritte (auch ganz kleine Erfolge zählen)
- gemeinsamer Aufbau einer Tagesstruktur (Tagesplan)
- schrittweiser (gemeinsamer) Aufbau von Aktivitäten durch angemessene und konkrete Aufgaben - Anstreben erreichbarer (kleinerer) Ziele
