Was sind negative Eigenschaften von Antidepressiva?

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Wenn Sie sich auf Anraten Ihres Arztes dazu entschließen, Antidepressiva einzunehmen, sollten Sie dies mit Kenntnis der Eigenschaften dieser Medikamente tun, um Ihren eigenen Behandlungserfolg weder durch Anwendungsfehler noch durch mangelnde „Therapietreue“ (Compliance) zu gefährden.

Zu Compliance-Problemen kann es kommen, weil Antidepressiva zum einen etwas Zeit – bis zu mehrere Wochen – benötigen, bis sich der Gehirnstoffwechsel entsprechend angepasst hat und Sie überhaupt eine positive Wirkung zu spüren beginnen.

Zum anderen treten bei der Einnahme von Antidepressiva nahezu immer Nebenwirkungen auf, die darauf beruhen, dass es sich eben um Medikamente mit hohem Wirkpotenzial handelt.
Sie sollten also wissen, mit welchen negativen Eigenschaften von Antidepressiva zu rechnen ist, um deren Wirkungen und Nebenwirkungen an sich selbst kritisch beobachten und richtig einschätzen zu können:

  • Häufige Nebenwirkungen sind z.B. Mundtrockenheit, Ermüdung, Blutdrucksenkung, Libidostörungen, Koordinationsstörungen, Schwitzen, Sehstörungen, Magen- Darm-Probleme, Verstopfung, Zittern, Kopfschmerzen, die zum Teil sehr unangenehm sein können, sich jedoch nach wenigen Tagen deutlich zurück bilden oder ganz verschwinden.
  • Tückischerweise sind die Nebenwirkungen den Symptomen der Depression teilweise sehr ähnlich.
  • Die Symptome können sich wenige Tage nach Beginn der Medikamenteneinnahme verstärken, bevor die positive Wirkung zum Tragen kommt. Dies ist möglicherweise durch einen kurzfristigen Neurotransmitter-Mangel erklärbar, kann aber Ihre Unsicherheit über die Sinnhaftigkeit des Arzneimitteleinsatzes erhöhen.
  • Für den Krankheitsverlauf ist Ihr Vertrauen zum behandelnden Arzt und den gemeinsamen Therapiebeschlüssen von großer Bedeutung. Sprechen Sie also unbedingt mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie Zweifel an der Richtigkeit der medikamentösen Behandlung haben.
  • Die Wirkung tritt leider oft erst nach 2 bis 6 Wochen ein. Die Zeit bis zum Eintritt der Wirkung fordert die Geduld des Behandelten heraus und erfordert in dieser Phase eine besonders gute Betreuung, um einen Abbruch zu verhindern.
  • Da die genannten Nebenwirkungen auch in ähnlicher Form als Störungen bei Depressionen vorkommen können, ist zu Beginn der Behandlung zu berücksichtigen, dass es sich statt um Nebenwirkungen der (dann möglicherweise zu niedrig dosierten!) Antidepressiva auch um die zu therapierenden depressiven Beschwerden handeln könnte.

 

 



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