Welche therapeutische Wirkung hat Lithium?
Lithium hat sich seit Jahrzehnten als wirksames Mittel zur Stimmungsstabilisierung und gegen Rückfälle bei bipolaren affektiven Störungen bewährt, um neue depressive oder manische Episoden zu verhindern. Neben diesem Hauptanwendungsgebiet kann Lithium auch bei der Behandlung von Depressionen zur Verstärkung eines Antidepressivums eingesetzt werden (Lithiumaugmentation).
Die Lithiumtherapie ist die bisher einzige medikamentöse Behandlung, für die eine suizidverhütende Wirkung eindeutig nachgewiesen werden konnte.
Im Arzneimittel liegt Lithium in Form verschiedener Salze vor, beispielsweise als Lithiumcarbonat. Der genaue Wirkmechansimus ist noch unbekannt. Es wird vermutet, dass Lithium den Überschuss am Botenstoff Noradrenalin in manischen Phasen senkt und die Verfügbarkeit von Serotonin im synaptischen Spalt bei depressiven Episoden erhöht.
Neben der genannten Verwendung kommt Lithium auch bei der therapieresistenten Schizophrenie (in Kombination mit Neuroleptika) zum Einsatz sowie als Mittel der zweiten Wahl zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz.
