Überstunden können zu Depressionen führen
Dass die Umstände, unter denen man seinen Job erledigt, oder die Arbeit selbst Einfluss auf die Psyche nimmt, wird mittlerweile kaum noch bestritten. Doch inzwischen kommen Wissenschaftler immer mehr Einzelheiten auf die Spur. So haben Forscher nun ermittelt, dass tägliche Mehrarbeit über einen längeren Zeitraum das Risiko drastisch erhöhen kann, an einer Depression zu erkranken.
Frauen gefährdeter
Die Wissenschaftler haben 1.626 männliche und 497 weibliche Beamte des britischen Staatsdienstes über rund sechs Jahre beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass diejenigen, die täglich elf Stunden und mehr arbeiteten, um 2,4 mal häufiger an einer Depression erkrankten als die Personen mit "nur" sieben bis acht Stunden täglicher Arbeitszeit. Mit anderen Worten: Wer viel arbeitet, ist mehr als doppelt so häufig von einer depressiven Verstimmung betroffen.
Eine Erklärung, warum lange Arbeitszeiten so eng mit dem Auftreten von Depressionen zusammenhängen, gibt die Studie nicht. Aber sie liefert folgende Daten: Die Studienteilnehmer, die lange arbeiteten, waren in der Tendenz männlichen Geschlechts, lebten in einer Beziehung und trugen beruflich mehr Verantwortung. Sie tranken meist Alkohol und waren in der Regel Ex-Raucher. Eine Depression wiederum trat am häufigsten bei jungen Frauen mit einer niedrigen Job-Einstufung auf.
WANC 26.01.2012
Quelle: PLoS ONE: Jan 2012 10.1371/journal.pone.0030719
