Antidepressiva: kaum Unterschiede in der Wirksamkeit

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Die 13 am meisten verwendeten Antidepressiva der zweiten Generation wurden jetzt untereinander und mit älteren Wirkstoffen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit der Mittel trotz großer Preisunterschiede sehr ähnlich und damit der Nutzen vergleichbar ist. Unterschiede wurden bei den Nebenwirkungen und in der Zeit bis zum Ansprechen festgestellt.

 

Neuere Antidepressiva oft verträglicher

Als Antidepressiva der zweiten Generation werden sogenannte "Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer" (SSRI) bezeichnet. Sie wirken, in dem sie gezielt die Menge des Serotonins, das als Bote zur Übertragung von Signalen zwischen den Nervenzellen dient, im Gehirn erhöhen. Das beeinflusst eine Depression positiv, weil es die Stimmung aufhellt und die Angst dämpft. Wirkstoffe sind u.a. Fluvosamin, Fluoxetin, Paroextin, Citalpram und Escitalopram.

Der Medikamentencheck stellt fest, dass die Wirksamkeit der Medikamente der ersten und zweiten Generation vergleichbar ist. Allerdings hätten die Medikamente der ersten Generation viel öfter und viel gravierendere Nebenwirkungen. Die Gefahren einer Überdosierung und von unerwünschten Wirkungen in Kombination mit anderen Medikamenten wurde von vielen Patienten als inakzeptabel eingestuft.

 

Insgesamt noch viel Luft nach oben

Der Vergleich der Medikamente der zweiten Generation untereinander zeigt, dass die Unterschiede in der Wirksamkeit sehr gering sind. Wenn es Unterschiede gab, dann offenbarten sie sich in der Dauer, bis die Antidepressiva ihre Wirkung entfalteten. Auch bei den unerwünschten Nebenwirkungen gab es unterschiedliche Profile der einzelnen Wirkstoffe. Doch die Studie stellt generell fest, dass die Beweiskraft der ausgewerteten klinischen Untersuchungen in den meisten Fällen zwischen mangelhaft, gering und dürftig rangiert, und nur in wenigen Fällen wirklich akzeptabel ist.

Weil zwei von fünf Patienten mit Depressionen nicht auf die erste Behandlung reagieren, mahnt die Studie effektivere Diagnose- und Therapiestrategien an, um das Ansprechen auf eine Medikation besser abschätzen zu können. Und auch um herauszufinden, ob die Kombination von Antidepressiva den Behandlungserfolg verbessern können.

WANC 07.12.2011
Quelle: Annals of Internal Medicine

 

 



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