Depressionen: Bei Männern völlig anders als bei Frauen

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Männer gehen mit Depressionen völlig anders um als Frauen. Und nicht zu ihrem Vorteil. Sie suchen seltener einen Arzt auf und begehen - unter anderem deshalb - häufiger Selbstmord. Dies ist das Ergebnis einer Studie an der Universität Freiburg unter Leitung von Professor Mathias Berger.

Warum das so ist, erklären sich Depressions-Experten so: Frauen neigen eher dazu, über ihre Probleme zu reden und suchen auch mit Depressionen in der Regel schneller einen Arzt auf. Männer hingegen empfinden das Reden über die Depression häufig als ein Zeichen von Schwäche. Also nehmen sie lieber keine Hilfe in Anspruch.

Und hinzu kommt: Auch die Ärzte übersehen beim Mann gern mal eine Depression. Studien zeigen: Mediziner erkennen die Krankheit bei Männern nur in 20% der Fälle. Auch bei Frauen ist dieser Wert nicht üppig, mit 40% aber immerhin doppelt so hoch.

 

Lieber viel arbeiten als Stimmungstief zugeben

Was Berger und seine Kollegen außerdem ermittelt haben: Männer mit Depressionen erweisen sich oft als wahre Verdrängungskünstler. Statt sich mit der depressiven Verstimmung auseinanderzusetzen, stürzen sie sich lieber in ihre Arbeit. Oder sie reagieren mit übertriebenen sportlichen Aktivitäten. Und wenn das alles nicht hilft, dann suchen viele ihre Erlösung im Alkohol.

Für Berger bedeuten diese Erkenntnisse vor allem Aufklärungsbedarf. Denn gerade bei Depressionen kann eine frühzeitige Behandlung den Verlauf entscheidend beeinflussen und furchtbare Ausgänge wie Suizid verhindern.


WANC 19.08.2011
Quelle: cecu.de, Universitätsklinikum Freiburg

 



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