Immer mehr psychisch Kranke im Krankenhaus

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Der Anteil der Patienten mit psychischen Erkrankungen in deutschen Kliniken nimmt zu. In den letzten zwanzig Jahren hat sich ihre Zahl verdoppelt. Die häufigsten Diagnosen sind dabei Depression und Schizophrenie. Das geht aus einem aktuellen Krankenhaus-Report hervor.

 

Ambulante Versorgung oft angemessener und hilfreicher

Der Anstieg wäre noch höher ausgefallen, wenn nicht gleichzeitig die Aufenthaltsdauer pro Patient gesunken wäre. Generell haben ja die Krankenhäuser, seit sie nicht mehr "pro Tag", sondern "pro Fall" vergütet werden, die Verweildauer ihrer Patienten deutlich reduziert. Ob das insbesondere bei psychischen Erkrankungen so gut ist, darf bezweifelt werden.

Tatsache ist, dass rund 30% der im Krankenhaus behandelten Patienten mit psychischen Problemen innerhalb von zwei Jahren erneut eingewiesen werden - weil die Erkrankung zurückgekehrt ist (oder nie wirklich weg war). Nach den Worten einer der Report-Autorinnen, Prof. Eva-Maria Bitzer, zeigt die hohe Wiederaufnahmequote, dass die zentralen Behandlungsziele offenbar häufig nicht erreicht werden. Ob das nun an der kurzen Aufenthaltsdauer oder an einer generell unzureichenden Therapie liegt, sei mal dahingestellt.

Gleichzeitig ist aber auch zweifelhaft, ob überhaupt jeder stationär eingewiesene Patient mit einer Depression tatsächlich in die Klinik gehört. Nach Ansicht eines Barmer-Vorsitzenden seien ambulante, wohnortnahe Therapie-Einrichtungen oft die bessere Wahl.


Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 27.07.2011
Quelle: Barmer GEK Report Krankenhaus 2011

 

 



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