10 Tipps gegen Depressionen

Depression - Hoffnung

Meine ganz persönlichen Empfehlungen für Betroffene

Die Depression ist eine sehr ernst zu nehmende, potenziell tödliche Erkrankung. Sie betrifft, anders als viele körperliche Erkrankungen, den Menschen in seiner Ganzheit. Zwar ist bei weitem nicht alles, was heute als „Depression“ tituliert wird, tatsächlich eine. Dennoch ist das seelische Leiden ausgesprochen häufig und existiert seit Menschengedenken.

Die gute und wichtigste Botschaft lautet: Depressionen gehen irgendwann vorüber und sind grundsätzlich heilbar. Eine gute medizinische Versorgung kann dabei helfen, das Leiden zu verringern und abzukürzen. Vielleicht haben Sie Glück und Ihre überstandene Depression bleibt ein einmaliges, schreckliches Erlebnis. Nehmen Sie die depressive Erfahrung dennoch zum Anlass, Ihr Denken, Fühlen und Verhalten zu reflektieren und ggf. positiv zu verändern, um dauerhaft seelisch gesund zu werden und zu bleiben.

Jeder Mensch ist unterschiedlich und das gilt auch für seine Krankheiten, Heilungsverläufe und Gesundheitskräfte. Es gibt weder eine universale Empfehlung noch eine goldene Behandlung, die bei allen Betroffenen gleichermaßen wirksam wäre. Aber es gibt viele Möglichkeiten und sinnvolle Tipps, um sich gegen eine Depression und die Gefahr, dass sie wiederkehrt, zu behaupten. Hier eine kleine persönliche Auswahl:

Meine 10 persönlichen Tipps

  • 1. Es kommt die Zeit nach der Depression. Während einer akuten depressiven Episode ist das wichtigste Ziel, diese zu überstehen. Diese Phase wird in absehbarer Zeit ein Ende haben, auch wenn Sie sich das im Moment vielleicht nicht vorstellen können. Dann weichen die Schatten, die jetzt alles verdunkeln, wieder zurück. Genießen Sie, wenn es soweit ist, das Lebensglück in vollen Zügen und machen Sie sich selbst körperlich, geistig, seelisch und sozial stark. So können Sie die überstandene Krankheit in einen Vorteil ummünzen. Und sich vor einem Rückfall schützen, denn das ist dann das wichtigste Ziel.
  • 2. Vergessen Sie den Spruch „Reiß dich zusammen“. Der wird nicht nur von Unbedarften geäußert, sondern auch von vielen Depressiven selbst so gedacht. Sie sollten sich aber klar machen, dass Ihre Schwäche auf einer Krankheit beruht, die auch für Ihre Schuldgefühle verantwortlich ist. Es gibt keinen Grund, dass Sie sich zusammenreißen, und es wird Ihnen auch kaum möglich sein. Sonst wären Sie ja nicht depressiv.
  • 3. Machen Sie die Krankheit nicht mit sich allein aus. Sie brauchen ein schützendes Umfeld, um die depressive Schwächephase unbeschadet zu überstehen. Vor allem, wenn der depressive Würgegriff immer enger wird. Das kann das eigene Zuhause mit verständnisvollen Angehörigen sein. Manchmal aber auch eine psychiatrische Klinik. Diese Einrichtungen sind keineswegs so schrecklich, wie das in manchen Filmen vermittelt wird. Die menschliche Gemeinschaft ist dafür da, um sich gegenseitig zu helfen, wenn die Hilfe Not tut. Das tut sie bei einer schweren Depression immer.
  • 4. Nehmen Sie gewährte Hilfe dankbar an. Sie können sich später, wenn es Ihnen wieder besser geht, dafür revanchieren. Es ist durchaus typisch für depressive Menschen, dass sie anderen nicht zur Last fallen wollen. Und vor allem, dass sie sich selbst als eine Last betrachten. Das sind Sie nicht! Liebende Mitmenschen leiden mit Ihnen und freuen sich, wenn sie Ihnen helfen können.
  • 5. Scheuen Sie sich nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch wenn es Ihnen aufgrund ihrer depressiven Schwächung schwer fällt, sollten Sie sich dabei aber nicht willenlos behandeln lassen, sondern sich auf Ihre Entscheidungsfreiheit berufen. Wählen Sie die in Frage kommenden Medikamente, Psychotherapieverfahren oder sonstigen Behandlungsmaßnahmen gemeinsam mit Ihrem Arzt aus. Geben Sie der selbstgewählten Therapieform dann auch vertrauensvoll die Chance, zur Besserung Ihrer Beschwerden beizutragen.
  • 6. Antidepressiva sind keine Dauerlösung. Antidepressiva sind oft kurzfristig hilfreich, aber auf Dauer heilen können sie eine Depression nicht. Das gelingt eher mit psychotherapeutischen Maßnahmen. Und einigen Menschen mit Depressionen gelingt es auch, aus eigener Kraft die Denkmuster und negativen Gefühle nachhaltig zu verändern.
  • 7. Es gibt keine grundlose Depression. Genetische Komponenten können die Krankheit möglicherweise begünstigen, aber nicht auslösen. Eine häufige Grundlage für Depressionen sind – bewusste oder auch unbewusste – Ängste. Durch innere Umprogrammierung lässt sich dieses Grundübel abschaffen. Liebe und Verständnis sich selbst gegenüber spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Stärkung der seelischen Widerstandskraft ist kein passiver Prozess, sondern harte Arbeit an sich selbst. Autosuggestion und Achtsamkeitsübungen zählen zu den hilfreichen Techniken, von denen es eine ganze Reihe gibt.
  • 8. Unterschätzen Sie nicht den Effekt einer gesunden Ernährung und Lebensweise. Es klingt banal, aber es wird oft übersehen: Wer gesund lebt, ist meist auch glücklicher. Weil das gut tut. Ernähren Sie sich bewusst, geregelt und gesund mit viel frischem Obst und Gemüse sowie hochwertigem Protein. Achten Sie auf eine umfassende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Wir empfehlen hier bei Bedarf immer einen speziellen Gesundheitssaft, der mit einem Löffel pro Tag alle wichtigen Vitalstoffe abdeckt.
    Trinken Sie reichlich Wasser und meiden Sie Alkohol, Nikotin und andere Körpergifte. Die Depression schlägt auf den Magen und kann Appetitlosigkeit verursachen. Oder auch das Gegenteil bewirken, etwa Heißhungerattacken auf Süßes. Vergeben Sie sich, wenn Sie „sündigen“. Versuchen Sie aber, in einen anderen Modus zu kommen.
  • 9. Dabei können Ihnen Bewegung, Tanz und Sport enorm helfen. Sie gehören zu den gesündesten Methoden, das ständige Grübeln auszuschalten und die fürs Wohlfühlen benötigten Endorphine freizusetzen. In einer depressiven Episode fällt es natürlich schwer, sich dazu aufzuraffen. Tun Sie es, wann immer möglich. Aber auch hier gilt: keine Extreme, sonst werden die Probleme letztlich nur verlagert. Ein ungefährliches und probates Mittel ist der „Gesundmarsch“ im Grünen. Frische Luft und viel Tages- bzw. Sonnenlicht gehören neben der Bewegung zu den wirksamen Stimmungsaufhellern – wenn sie denn zum Einsatz kommen.
  • 10. Pflegen Sie ein gesundes Schlafverhalten. Schlafstörungen und Depressionen hängen oft eng miteinander zusammen. Das individuelle Schlafbedürfnis kann sehr unterschiedlich ausfallen, im statistischen Durchschnitt beträgt es etwa 7 Stunden pro Nacht. Ein regelhafter, ausreichender und erholsamer Schlaf ist für die Gesundheit – in jeder Hinsicht – enorm wichtig. Schlafentzug kann als Wachtherapie bei einer akuten Depression möglicherweise hilfreich sein. Ansonsten heißt es, wie bei Ernährung und Bewegung, Maß zu halten und ein Zuwenig ebenso zu vermeiden wie ein Zuviel.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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