Wie verläuft eine Demenz oder ein Alzheimer im Endstadium?

Endstadium hört sich furchtbar an, aber leider ist es so, dass eine Demenz oder ein Morbus Alzheimer in der Regel fortschreiten, dass die geistigen Kräfte über die Jahre also immer mehr nachlassen. Von einem Spätstadium oder Endstadium spricht man, wenn die Demenz so weit fortgeschritten ist, dass das Gedächtnis und Denkvermögen fast komplett verloren gegangen sind – und dadurch auch die körperlichen Funktionen entscheidend beeinträchtigt werden, was am Ende zum Tode führen kann.

Verlauf individuell sehr unterschiedlich

Wie schnell das geht und wie es sich im Einzelfall genau äußert, ist individuell sehr unterschiedlich. Das hängt auch von der Art der Demenz und der Geschwindigkeit ihrer Entwicklung ab. So verläuft beispielsweise eine vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn entsteht, meist deutlich langsamer und moderater als die Alzheimer-Erkrankung. Aber auch beim Alzheimer gibt es sehr unterschiedliche Verläufe – von einem geistigen Verfall innerhalb von 1-2 Jahren bis zu einem nur leichten Fortschreiten über 10 Jahre und mehr.

 Demenz oder Alzheimer im Endstadium?

Wie lange der Krankheitsprozess bei dem eigenen Angehörigen dauert, wie schnell er voranschreitet oder ob es überhaupt so weit kommt, ist also im Anfangsstadium leider kaum voraussagbar.

Emotionale Wahrnehmungen oft noch länger erkennbar

Wie kann sich ein ausgeprägter geistiger Verfall im Spätstadium äußern? Wohlgemerkt, wir sprechen hier wirklich über die letzte und extremste Phase der Erkrankung, zu der es oft, aber nicht in jedem Fall kommt.

Im Extremfall ist das Gedächtnis dann völlig verloren gegangen. Die Betroffenen erkennen erst nur noch die engsten Angehörigen und Vertrauten, irgendwann dann niemanden mehr. Zumindest erscheint es so, was tatsächlich bei den Demenz-Kranken ganz innen passiert, ist ein Stück weit natürlich auch Mutmaßung. Viele Angehörige (aber nicht alle) berichten darüber, dass sie bis zuletzt sehr wohl noch Emotionen wahrnehmen, also zum Beispiel ein Lächeln, wenn die Liebsten das Zimmer betreten.

Persönlichkeitsverlust

Was für die Partner, Angehörigen und Freunde oft am schwierigsten zu verarbeiten ist: Von ihrer ehemaligen Persönlichkeit ist bei den Erkrankten in einem solchen Spätstadium oft kaum noch etwas zu erkennen. Alles das, womit man seinen Liebsten oder seine Liebste verbunden hat, was "eigen" an ihm oder ihr war, ist dann verschwunden. Das ist schwer zu akzeptieren, weil damit ja auch der gegenseitige Austausch für immer beendet ist. Man erinnert sich als Angehöriger noch gut daran, wie es früher war, welche Gespräche es gab und so weiter, und nun ist da bloß noch der Körper, ein Gesicht, das kaum noch auf einen reagiert. Wenn man dann doch noch Gefühlsregungen wahrnimmt, ist das zumindest ein kleiner Trost.

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Bei einer vaskulären Demenz oder einem moderater verlaufenden Alzheimer ist der Übergang in diese Phase aber erheblich langsamer und gleicht eher einem steten, über Jahre zunehmenden Wegdämmern. Für die Angehörigen ist diese Variante daher oft leichter zu ertragen, auch in der Spätphase, weil sie nicht so rasch und radikal eintritt.

Irgendwann schwinden auch die körperlichen Kräfte

In diesem späten Krankheitsstadium ist eine Rund-um-die-Uhr-Pflege notwendig – in der Regel in einem Pflegeheim oder alternativ mit einem 24-Stunden-Pflegedienst zuhause.

Dem geistigen Verfall folgt dann irgendwann auch der körperliche Verfall. Oft beginnt es mit der Nahrungsaufnahme, die nicht mehr funktioniert, eine zunehmende Bewegungslosigkeit gesellt sich hinzu. Der eigene Antrieb erlischt fast völlig, das schwächt Körper und Abwehrkräfte. Da die Betroffenen am Ende auch nicht mehr richtig kauen, schlucken und atmen können, wird der körperliche Zustand immer gebrechlicher. Häufig kommt es dann irgendwann zu Lungenentzündungen oder anderen Infektionen. Wenn dadurch lebenswichtige Körperfunktionen zu stark beeinträchtigt sind, führt das am Ende zum Tod.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (22)
Demenz im Endstadium
22 Freitag, den 21. April 2017 um 20:47 Uhr
Biggi
Meine Bekannte hat Demenz im Endstadium. Bei der letzten Untersuchung keine 10 Punkte mehr. Sie verirrt sich im eigenen Haus und bekommt z.B. den Toilettengang nicht mehr alleine hin. Noch erkennt sie die Angehörigen. Wie geht diese furchtbare Krankheit weiter?
Zu dieser schrecklichen Krankheit habe noch ich ganz viele Fragen. Z.B.: Wie reagiere ich auf Fragen, die ich nicht beantworten kann?
Demenz
21 Montag, den 27. März 2017 um 20:11 Uhr
Maria
Habe meinen Vater an dieser schrecklichen Krankheit verloren, das Ende ist wirklich grausam, nicht mehr schlucken, nicht mehr sprechen, nicht mehr bewegen, das Ende ist da eine Erlösung.
Der Verlauf ist individuell - auch was das Erkennen von Angehörigen und die Sprache angeht
20 Sonntag, den 26. Februar 2017 um 19:18 Uhr
Christina
Ich möchte mich den Kommentaren anschließen, die davon schreiben, dass auch im Endstadium ein Erkennen möglich ist.
Bei meinem Vater war dies so und wir waren so unendlich dankbar dafür. Er erkannte jeden und konnte uns auch namentlich ansprechen- selbst auf Nachfrage hin. In seinem ganzen Leben war er für seine Familie da und das Wichtigste für ihn und das blieb bis zum Schluss, soweit die Krankheit das zuließ.
Er war immer glücklich, wenn wir ihn zu Hause besuchten, wo er von unserer Mutter gepflegt wurde und er wusste uns alle voneinander zu unterscheiden, sprach uns namentlich an.
Er konnte auch noch reden und zwar sinnvoll und in ganzen Sätzen, er stellte dies ein, als er immer schwächer wurde, an guten Tagen konnte er aber ganz normal reden, wenn auch sicher nur allgemeines und alltägliches.
Sicher gibt es auch die anderen Verläufe, die nur noch Worte murmeln, sich an nichts erinnern und allenfalls mal lächeln, wenn jemand Vertrautes da ist. Aber es gibt auch die anderen und das sollte man nicht übersehen.
Es muss aber auch ergänzt werden, dass er zum Schluss nicht mehr laufen, nicht mal mit Hilfe stehen und sich nicht mal mehr aus dem Bett selbst erheben konnte.
Im Krankenhaus, so meine Erfahrung, wird der Demente nicht mehr für voll genommen und auch genauso behandelt, vor allem von einigen Ärzten. Nicht alle, das soll nicht pauschal sein, aber einige halten es nicht mal für nötig, mit den Angehörigen zu reden. Wenn diese sich nicht selbst kümmern, bekommen sie gar nichts von dem mit, was mit dem Kranken passiert, es wird einfach nur was gemacht und man erfährt danach davon.
Die ständige Ruhigstellung und das auch noch am Tag, bei einem nur unruhigen, gar nicht aggressiven Patienten, muss auch nicht sein.
Und noch eins: Nicht jeder wird aggressiv. Mein Vater war es nie.
Es gibt auch ruhige, ängstliche Menschen, die sich eher zurückziehen. Sie merken, dass sie keine Kontrolle mehr über sich haben und können nichts dagegen tun. Wie belastend das sein muss, wenn man merkt, der Körper gehorcht einem nicht. Mein Vater wusste das auch in seinem fortgeschrittenem Stadium, zeigte auf seinen Kopf und meinte "da oben stimmt es nicht".
Je nach Naturell- und ich denke und würde aus eigener Erfahrung sagen, hier spielt eine Rolle, wie der Betreffende vorher war- äußern einige ihre Hilflosigkeit in Aggressivität, andere in Rückzug.
So war es bei meinem Vater, er war immer ruhig und wurde noch ruhiger, ehe er letztlich im 84. Lebensjahr nach 13 Jahren seiner Demenz, die ersten davon für Außenstehende nicht merkbar, friedlich eingeschlafen ist.
Meine Erfahrung mit Kliniken und anderen Anbietern ist, dass nur ein Bruchteil wirklich spezifische Angebote für Demente anbietet, ganz egal, was auf der schönen Website der entsprechenden Klinik oder Praxis steht.
an Marie
19 Montag, den 31. Oktober 2016 um 12:46 Uhr
Navigator-Redaktion
Hallo Marie,
wir können Ihre Kritik nur zum Teil nachvollziehen. Natürlich sind wir kein Forum. Wir sind eine Medizinseite, von Ärzten geschrieben. Aber wir wollen ganz bewusst Kommentare von Lesern zulassen, weil auch wir natürlich nicht immer richtig liegen. Was ist daran verkehrt?
Und zu Ihrer Mutter: Natürlich können unsere Antworten niemals jedem Fall gerecht werden. Dafür sind die Verlaufsformen viel zu unterschiedlich. Und gerade die Mischform aus vaskulärer Demenz und Alzheimer wie bei Ihrer Mutter hat natürlich ihre Besonderheiten.
Und zu guter Letzt zu den Neuroleptika: Das sind auch in unseren Augen oft falsch angewandte "Ruhigsteller", die dem Patienten mehr schaden als nützen.
Viele Grüße
Ihr Navigator-Team
Ist das echte Hilfe?
18 Sonntag, den 30. Oktober 2016 um 18:55 Uhr
Marie
Sorry, aber Ihre Seite ist wirklich keine Hilfe. Kein echtes Forum, wo man darauf gefasst ist, nicht medizinisch qualifizierte "Seelenergüsse" zu lesen, und keine echte Medizinseite. Meine Mutter ist seit 10 Jahren an einer Mischform von vaskulärer Demenz und Alzheimer erkrankt. Alles, was Sie schreiben, kann ich nicht bestätigen.
Allerdings stimme ich einem Kommentar zu: Neuroleptika verschlimmern die Situation absolut! Meine Mutter ist übrigens knapp 92. Sie erkennt uns alle sehr genau, hatte im Mai einen schweren Schlaganfall, von dem sie sich gut erholt hat - dank der Demenz - und bevor sie Neuroleptika bekam, konnte sie auch wieder wunderbar gehen. Deshalb setze ich diese Medikamente jetzt wieder ab.
Zuruf an alle: den gesunden Menschenverstand nicht an der Tür zum Krankenhaus oder der Arztpraxis abgeben und vor allem: die Würde des Patienten achten, bis zuletzt. Auch nonverbale Äußerungen müssen Beachtung finden..... !
Ehemann vaskuläre Demenz
17 Dienstag, den 04. Oktober 2016 um 20:33 Uhr
Irmgard aSchuler
an einer Lungenentzündung gestorben
mein Opa hat Alzheimer im Endstadium
16 Montag, den 12. September 2016 um 09:03 Uhr
ricarda
Vor 6 Jahren haben wir bemerkt, dass mit Opa (Alter 70) was nicht stimmt. Dann gingen wir zum Arzt und er sagte, Opa hat Alzheimer..
2 Jahre später wurde er von einem auf den anderen Tag bettlägerig. Er erkannte uns kaum noch. Paar Monate noch hat er gewisse Leute angelächelt, die er mochte, aber auch das war schnell vorbei. Weitere 2 Jahre später ist sein Blick starr...kann nicht mehr sprechen. Körperlich kann er sich nicht bewegen. Extreme Schluckstörung, Husten, verweigert Nahrung und Trinken....
es ist furchtbar, wie sehr er leiden muss und wir nichts mehr tun können...
schön
15 Sonntag, den 04. September 2016 um 22:04 Uhr
neuroleptika
dieselben Symptome einer Krankheit wie die Nebenwirkungen von Neuroleptika in Überdosierung !!!!
Demenz oder Alzheimer im Endstadium
14 Dienstag, den 24. Mai 2016 um 14:33 Uhr
Kugler Sigrid
Ich äußere mich zu dem traurigen Ende meines Vaters, der Lungenkrebs im Endstadium hatte, als gleichzeitig ein Delir mit Demenz auftrat. Demenz allein führt schon zum Tod. Der Streitpunkt zwischen mir und einer Nervenklinik war bloß, dass ich sein Delir für ein Symptom seines Endstadiums von Krebs hielt, die Klinik seine Demenz für ursächlich für meines Vaters Delir.
Die Krebsknoten waren wohl alle ertastet worden und multipel, für die Nervenklinik aber noch kein Krebsbeweis, sondern nur Krebsverdacht, anscheinend ein Laienfehler. Ich als Betreuung hatte die Verantwortung für den alten Mann und schwankte lange, was die Hauptdiagnose war. Erst eine Allgemeinklinik konnte die Lungenkrebsdiagnose stellen.
Krankenhäuser, die alles fachärztlich behandeln, gibt es nicht und in Deutschland fehlt eine gemeindenahe Psychiatrie. Man ist hierzulande zu unflexibel, auf andere Stationen einen Nervenkranken reinzuschieben, damit eine Hauptdiagnose wie Krebs zuerst behandelt werden könnte und das Delir nach "Hausmacherart" und nicht fachmännisch.
Das habe ich beim Tod meines Vaters zutiefst bedauert.
Ich litt lange darunter und muss zu meiner Entschuldigung für meine Zwangseinweisung sagen, dass Verwandte sich geweigert hatten, den Vater unter Zusammmenhelfen gemeinsam ins nächste Allgemeinkrankenhaus zu bringen, was ich mich allein mit ihm nicht traute. Sein Hausarzt hatte die Praxis zu und der Notfallmediziner am Wochenende keinen Doktor, er delegierte seine Verantwortung an eine Bezirksnervenklinik. Und der sterbende alte Mann ließ sich von mir nicht umsorgen, was ich noch gerne getan hätte.
Demenz
13 Samstag, den 23. April 2016 um 12:13 Uhr
Reising Ursula
Ich kann das auch nicht bestätigen. Mein Vater war 4 Jahre lang mit Demenz im Pflegeheim. Ich war täglich dort und er konnte sehr wohl erkennen und unterscheiden, wer ihn besucht. Er konnte das nicht mehr klar äußern, aber er hat Ersatz gefunden für das, was er nicht mehr ausdrücken konnte. Ich war z.B. die mit dem Hund, meine Schwester war am Wochenende da, das wusste er auch ganz genau. Mein Onkel kam mit dem Rollator, das war der mit dem Auto, ein anderer Bruder von ihm wohnte in einer Ortschaft außerhalb, das war der vom Berg. So hat er sich eben ausgedrückt.
Nachdem ich seine Krankheit akzeptiert hatte, hatten wir noch sehr viel Spaß miteinander. Man muss sie eben nehmen, wie sie sind, und ihnen in ihrer Welt begegnen. Das höchste für ihn war, wenn wir mit ihm raus aus dem Pflegeheim zum Eis essen gingen. Das hätte er am liebsten jeden Tag gemacht.
"die Betroffenen erkennen niemand mehr"
12 Sonntag, den 06. März 2016 um 17:28 Uhr
Heike
Sorry, aber das stimmt nicht! Ich arbeite über 10 Jahre mit Demenz- und Alzheimerpatienten. Liebe Menschen werden erkannt. Die Patienten können vielleicht nicht mehr sagen, wer das ist, aber sie erkennen Familie, Angehörige oder sehr enge Freunde. Teilweise sind die Patienten ruhiger, lächeln oder haben einen anderen Blick. Patienten kommen zur Ruhe oder sprechen plötzlich. Schade, dass Angehörige immer wieder solche Sätze lesen müssen. Ich kann das nicht bestätigen.
Lieber Marion Merkel
11 Mittwoch, den 09. Dezember 2015 um 11:03 Uhr
Herbert Weidner
So war das mit meiner Mutter auch, im Sommer, im September ist sie dann gestorben. Ich habe mich in dieser schlimmen Zeit hingesetzt und ihr Leben aufgeschrieben. Das hat mir sehr geholfen. Später hatte ich sogar ein Buch daraus gemacht und auf Amazon veröffentlicht. Nicht jeder kann schreiben, aber versuchen sie es, es hilft dabei, damit fertig zu werden und alles besser zu verarbeiten.
Viel Kraft wünscht Herbert
Endstadium
10 Mittwoch, den 18. November 2015 um 09:29 Uhr
Marion Merkel
Mein Papa ist nun seit 3 Wochen im Pflegeheim und von Tag zu Tag geht es schlechter. Mittlerweile ist alles motorische nicht mehr vorhanden, er ist bettlägerig, hat durch den Katheter eine Harnwegsinfektion, die man auch durch Antibiotikum nicht in den Griff bekommt, Dekubitus, und seit 2 Tagen kann er ohne Husten und Würgeanfälle nichts mehr essen, verweigert es jetzt....
Eine Magensonde ist laut Patientenverfügung keine Option ... Das heißt nun Abschied nehmen auf die grausamste Art, die es gibt.... ich wünsche allen, die in einer ähnlichen Situation sind, viel Kraft (Dir Nanny)
Demenz meiner Mutti
9 Dienstag, den 03. November 2015 um 18:21 Uhr
Nany
Meine Mutter geht es noch gut. Sie wurde medikamentös eingestellt, seit dem sind die Wutausbrüche weg, nur als wir aus dem Urlaub zurück gekommen sind, habe ich einen Schreck bekommen, das Laufen geht sehr sehr schlecht, beschäftigen geht garnicht mehr. Alles geht nur noch mit Anleitung. Mutti erkennt mich noch. Wie lange ich das noch durchhalte??? Von meinem Bruder bekomme ich keine Hilfe.
Absolut hilflos
8 Samstag, den 24. Oktober 2015 um 22:20 Uhr
Marion Merkel
Ich bin verzweifelt und hilflos... Vor drei Monaten war mein Papa noch nicht demenzkrank, bis auf seine Gangstörung, die er ungefähr seit 6 Monaten hat, ging es ihm seinen Alter entsprechend gut...
In den letzten 3 Monaten ist alles zusammen gekommen... Als absoluter Gegner von Medikamenten und Krankenhäusern mussten wir ihn ins Krankenhaus zwangeinweisen lassen... er war in einem Delir und hat uns nicht mehr an sich rangelassen....
Jetzige Situation ist, er erkennt uns noch , aber lebt dann in einer anderen Welt, kann gar nicht mehr laufen und ist inkontinent....
Er ist jetzt seit 5 Wochen in der Psychiatrie und soll dort medikamentös eingestellt werden... Leider habe ich das Gefühl, dass er mehr ruhig als eingestellt wird, da er teilweise aggressiv reagiert, wenn die Pfleger ihn waschen wollen bzw die Windeln wechseln wollen... und nachts ist er sehr unruhig ,kann das auch von den Neuroleptika kommen oder ist das ausschließlich das Krankheitsbild?
Nächste Woche soll er in ein Pflegeheim verlegt werden, doch heute teilte man mir mit, dass er eine Grippe mit Fieber hat und es ihm schlecht geht... Ich kann gar keinen klaren Gedanken mehr fassen und bin nur noch am weinen, weil ich nicht weiß, was richtig und was falsch ist und wie ich ihm helfen kann....
Man hofft darauf, dass die Ärzte wissen, was sie tun, ich bin aber am zweifeln, auch nach vielen Kommentaren, ob eine Behandlung mit Neuroleptika nicht eher schadet als dass es hilft....
Es tut so weh, den geliebten Menschen so zu sehen, dass man fast schon hofft, dass er erlöst wird... Ich selber halte diesen Schmerz kaum aus ... Wer kann helfen oder weiß einen Rat für mich und für meinen Vater?
Demenz Verlauf
7 Donnerstag, den 03. September 2015 um 23:24 Uhr
H.G.
2012 erhielten wir die Diagnose " Alzheimer", die Krankheit verlief in Schűben, die immer schneller kamen. Ab 2012 konnte eine Pflege durch einen Pflegedienst zu Hause durchgeführt werden. Regelmäßige Bewegung draußen und soziale Anregung/Kontakte waren sehr wichtig. Ab 2014 war eine 24 h Betreuung zu Hause erforderlich. Im Endstadium der Demenz war eine Betreuung im Pflegeheim erforderlich.
Ca. 3 Jahre nach der offiziellen Diagnose war mein Vater drei Tage bettlägrig und ist dann gestorben. Er hatte zuvor eine Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt wurde, er wurde durch den Infekt sehr gebrechlich.
Alzheimer im Endstadium
6 Montag, den 10. August 2015 um 15:50 Uhr
M.W.
Wir erleiden gerade das Endstadium ...
Unsere Oma liegt mit Alzheimer seit fünf Jahren im Bett. Kommunikation ist nicht möglich. Vor wenigen Wochen hatte sie eine Lungenentzündung. Das Altenheim hat uns diesbezüglich nicht informiert (nur ein Anruf auf dem Handy). Das Heim hat dafür gesorgt, dass sie Antibiotika und eine Infusion bekommen hat - trotz Patientenverfügung. Die Chance, dass sie würdevoll sterben hätte können, wurde ihr somit nicht gegeben. Das Leiden geht also weiter und wer hat etwas davon? Sie jedenfalls nicht. Das was Sie erleidet und das was wir damit mit erleiden, ist unglaublich und es interessiert keinen.
Alzheimer - Verlauf - Endstadium
5 Donnerstag, den 30. Juli 2015 um 06:43 Uhr
Gabriele Neumann
Eine Alzheimer Diagnose ist immer furchtbar. Es gibt jedoch inzwischen zahlreiche Ansätze, die den Betroffenen das Leben - trotz der Erkrankung - lebenswerter machen können.
Es ist immer wichtig, den Erkrankten zu mobilisieren. Leider ist es ja oftmals so, dass mit der Diagnose der Alzheimer Patient oft als verwirrt wahrgenommen wird, als Mensch, der nichts mehr kann. Das ist völlig falsch. Man sollte den Patienten zu körperlichen Aktivitäten veranlassen. Dies natürlich nur, solange es möglich ist.
Vielversprechende Ergebnisse hat inzwischen der Einsatz von Kokosöl gezeigt. Offensichtlich sind die darin enthaltenen Fette geeignet, sich günstig auf die Erkrankung auszuwirken.
Seitdem ich das weiß, habe ich Butter durch Kokosfett in meinem Haushalt ersetzt.
Sehr interessant finde ich auch die Erkenntnisse, die in dem Buch "Die Alzheimer Lüge" zur Sprache kommen. Demnach sind die besonders begünstigenden Faktoren für Alzheimer: Bewegungsmangel, falsche Ernährung, soziale Isolation, Schlafmangel.
Wenn das richtig ist, wird Alzheimer in den kommenden Jahren bei immer jüngeren Menschen auftreten.
Alzheimer meiner Mutter - Verlauf
4 Dienstag, den 09. Juni 2015 um 09:35 Uhr
I.B.
Im Herbst 2013 wurde die Diagnose gestellt, aufgrund eines Schubs, bei dem wir zuerst dachten, dass es ein Gehirnschlag sei. Plötzlich konnte sie nicht sehen und kaum sprechen - Verwirrung.
Danach kam im Spital die Diagnose und ihre Sehkraft und Sprechvermögen waren unverändert da.
Im Jahr davor fiel es auf, dass sie öfters Dinge verlegte oder bekannte Wege nicht mehr fand - das war nur manchmal der Fall. Zu diesem Zeitpunkt war sie 69 Jahre alt.
Ihr Verlauf ging mit der Diagnose sehr rasch.
In den ersten Monaten konnte sie noch Alltägliches alleine bewältigen, danach wurde Unterstützung durch eine Heimhilfe nötig.
1 Jahr nach der Diagnose war schon eine 24h-Betreuung zuhause angesagt. Wir hatten uns gegen ein Pflegeheim entschieden, da meine Mutter zuhause bleiben wollte und in der Krankheit jede Veränderung, und sei diese noch so klein, den nächsten Schub bedeutete!
Der regelmäßige und liebevolle Kontakt zur Familie und engen Freunden war immer da und sehr wichtig für sie!
Phase 2 und Phase 3 waren verschwimmend und unheimlich rasch!
Sehr, sehr schnell ist meine Mutter nach 1,8 Jahren nach ihrer Diagnose, zuhause und in den Armen der Familie eingeschlafen!
Bettlägerig war sie, Gott sei Dank, nur 4 Tage! In diesem Zeitraum konnte sie nicht mehr essen und trinken und war in einem vorkomatösen Zustand - dann hat sie nur noch geatmet.....
Es ist und war sehr traurig, doch wurde sie von einem möglichen langen Leidensweg erlöst!

Es war nicht immer leicht, die Phasen zu erleben und vor allem deren Auswirkungen - ich war oft verzweifelt, ausgebrannt, traurig, total erschöpft, doch ich habe durchgehalten und bin dankbar, dass ich meine Mutter begleiten konnte

An ALLE pflegenden ANGEHÖRIGEN: Bleiben Sie im liebevollen Kontakt und ich wünsche Ihnen Kraft und Mut - das brauchen SIE!
Alles Liebe!
demenz
3 Mittwoch, den 13. Mai 2015 um 07:15 Uhr
Volker Dürk
Habe vor kurzem meinen Vater verloren! Einen grausameren Tod kann man sich nicht vorstellen!
Durch Neuroleptika wird die Endphase provoziert
2 Samstag, den 07. März 2015 um 11:41 Uhr
Hildegard Beck
Mein Mann konnte im November letzten Jahres noch alleine gehen, normal sprechen, alleine essen, wir waren viel unterwegs, hatte noch an Freizeitaktivitäten wie kurze Tagesfahrten mit dem Bus, Schiffstagestouren, Restaurantbesuchen Spaß, schlief nachts noch durch, war nicht inkontinent. Bei den alltäglichen Tagesverrichtungen, wie Körperpflege, Anziehen, Einkaufen, brauchte er Hilfe.
Er bekam bei einem Routinetermin beim Neurlogen von diesem prophylaktisch Neuroleptika, ein Antidepressivum und ein Schlafmittel. Dadurch geriet er in einen deliranten Zustand, entwickelte nächtliche Unruhe und wurde aggressiv. Daraufhin wurde er stationär in die Genrontophsychiatrie eingewiesen, dort wurde die Dosis der vom ambulanten Neurologen verordneten Medikation als zu hoch bewertet, Mein Mann sei in einen deliranten Zustand gekommen, man wolle die Medikation umstellen.
Durch den Umgebungswechsel wurde mein Mann noch unruhiger, man gab ihm immer mehr Psychopharmaka, am 2. Tag auf Station konnte er nicht mehr alleine gehen, nicht essen, kroch nachts über den Boden, zuletzt erhielt er 5 verschiedene Psychopharmaka (3 Neuroleptika, 2 Benzodiazepine), baute immer mehr ab, schlief überwiegend, durch Personalmangel und mangelnde Überwachung der Nahrungsaufnahme nahm er immer mehr ab. Ich brachte im selbstgekochtes Essen von zuhause mit, er ließ sich von mir füttern. Trotzdem magerte er auf 55 kg ab.
Ich musste ihn auf Drängen der Ärzte in ein spezielles Pflegeheim für Demenzkranke geben. Ich hatte ihn zuvor probeweise für 24 Stunden zuhause, wo er wegen erheblicher Sturzgefährdung nicht ordnungsgemäß mehr von mir versorgt werden konnte. Er schlief in der Nacht 12 Stunden auf einem Lager auf dem Boden, da er zu schwach war, sich ins Bett zu legen und ich Angst hatte, dass er daraus fallen könnte. Ich musste ihn am nächsten Morgen zusammen mit einer Nachbarin wieder in Sitzposition auf dem Bett bringen.
Obwohl ich die Bedarfsmedikation mit Tavor nicht einsetzte, war er stark sediert, jedoch ansprechbar und antwortete. Er freute sich über mein selbstgekochtes Mittagessen und aß dieses mit Appetit. Er wurde langsam wacher, wollte gehen, war aber immer noch sehr sturzgefährdet. Ich musste ihn dann nachmittags zurück in die Klinik bringen, auf der Rückfahrt schlief er im Taxi, konnte nicht allein den kurzen Weg zur Station laufen, dort angekommen, schlief er wieder, merkte gar nicht, dass ich nach Hause ging.
Ich bat immer wieder um Reduzierung der Psychopharmaka, was aber offensichtlich nicht passierte, denn bei meinen täglichen Besuchen schlief er meistens, wie auch die übrigen Patienten auf der Station, in einem Sessel im Tagesraum, die letzten Tage fand ich ihn im Bett liegend, er war nicht mehr in der Lage, allein aufzustehen oder zu gehen.
Ich musste ihn auf Anraten der Ärzte in ein Pflegeheim geben, dort kam er auch immer noch völlig sediert an, wollte nicht essen und trinken, nahm dies nur von mir. Es wurde Fresubin verordnet, das er in meinem Beisein trank. Das Personal war auch nicht in der Lage, ihm das Mittagessen anzureichen, da völlige Personalunterbesetzung herrschte, so war ich jeden Tag stundenlang bei meinem Mann, habe auf Ausschleichen der Psychopharmaka gebeten, was langsam in Angriff genommen wurde, ein neuer Arzt wollte sich kümmern, er war beauftragt worden vom Heim. Es kam aber noch zu keinem Kontakt mit diesem.
Am 6. Tag des Heimaufenthaltes (Sonntag) rief mich mittags der Pfleger an, dass mein Mann nicht essen und trinken wolle, apathisch sei, ob man einen Arzt anrufen solle. Ich bejahte das und fuhr sofort mit meinem Sohn ins Heim. Mein Mann lag im Bett, konnte kaum atmen. Kurz darauf kam ein Bereitschaftsarzt, der eine Lungenentzündung diagnostizierte und den Krankenwagen bestellte zum sofortigen Transport ins Krankenhaus. Unterwegs dorthin verschlechterte sich der Zustand meines Mannes, der Blutdruck, der ohnehin auch während des stationären Krankenhausaufenthaltes ständig sehr niedrig war durch die Medikation, war jetzt lebensbedrohlich, so dass das Blaulicht eingeschaltet wurde durch die Rettungssanitäter und unterwegs ein Arzt zustieg. Wir schafften es noch ins Krankenhaus, wo man mir aber gleich sagte, dass mein Mann im Sterben läge. Man gab ihm Antibiotika, Sauerstoff und Morphium. Er verstarb noch in der Nacht.
Ich weiß genau, dass die hohe Gabe von Neuroleptika, Benzodiazepinen in Kombination mit den Diabetes-, Blutdruck- und anderen Medikamenten (insgesamt 13 Medikamente) seinen frühen Tod verursacht haben. Es ist rraurig, dass aufgrund von Personalmangel in Krankenhäusern und Heimen die Patienten zu leichtfertig ruhiggestellt werden. Man hat als Angehörige überhaupt keine Handhabe dagegen, wird als medizinischer Laie abgetan. Man ist völlig verzweifelt, da die Ärzte durch Zeitmangel auch überhaupt nicht zuhören können, das Pflegepersonal wegen Unterbesetzung die Patienten nicht adäquat versorgen kann.
Ich werde bis zum Ende meines Lebens mir Vorwürfe machen, dass ich nicht energischer für ein Absetzen der Neuroleptika gekämpft habe. Es muss umgedacht werden in unseer Gesellschaft, die Demenzformen nehmen immer mehr zu, die vorhandenen Reserven der Betroffenen müssen mehr gefördert werden, man muss sie ihre Unruhe ausleben lassen in speziellen Einrichtungen, es muss mehr Nachtpflege bei Verschiebung des Tag-/Nachtrhythmus geben, damit sich die Angehörigen nachts erholen können, um tagsüber mit Hilfe von Pflegediensten und Unterstützung im Alltag den Patienen ein möglichst langes Verbleiben in ihrer häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Warum bekommen Angehörige, die sich 24 Stunden am Tag kümmern, weniger Pflegegeld als ein ambulanter pflegedienst?
Hört endlich mit der Neuroleptikagabe auf, die nur den frühen Tod dieser armen Menschen herbeiführt und denkt über die Schaffung von anderen Wohnformen nach, z.B. "Heime", die auch den betreuenden Angehörigen mit aufnehmen, wo nachts dann dieser ungestört schlafen kann, während unter demselben Dach der kranke Partner von Pflegekräften betreut wird und am Tag wieder mit seinem gesunden Partner zusammen sein kann, der ihm beim Essen hilft, beim Toilettengang usw., präsent sein kann, auch andere Mitpatienten mit unterstützen kann, also praktisch eine Wohngemeinschaft von Kranken und Gesunden besteht, so dass die Pflegekräfte nur unterstützen und Hilfestellung geben müssen. Bei unserer immer älter werdenden Gesellschaft ist mit der Zunahme der Demenzerkrankungen in hohem Maße zu rechnen.
Demenz
1 Donnerstag, den 05. März 2015 um 13:20 Uhr
Weser
Mein Mann hat in September 2012 von Arzt gesagt bekommen er hat Demenz.
Am 3.Oktober 2012 ins Krankenhaus zur Untersuchung. Raus gekommen am 16.10.2012. Da haben sie mich gefragt wollen Sie Ihren Mann mit nach Hause nehmen. Ich Ja. Zu Hause ist zu Hause.
Am 17.Oktober 2013 Ist er wieder ins Krankenhaus, aber er hat in der Tagesstätte um sich geschlagen. Was sie mir nicht geglaubt haben. Er hat Feuer gelegt, Möbel rum geschmissen, weg gelaufen, konnte nicht mehr Rechnen, mich geschlagen, das schlimmste war, wo er mit den Messer geschoßen hatte.
Habe Ihn dann nicht mehr nach Hause bekommen, er ist von da ab ins Heim gekommen. Ab 9.11.2013 ist mein Mann in Heim.
Im Dezember wurde er schon gewindelt.
Im Januar 2014 bin ich schon bei meinem Mann gestorben gewesen. Da haben die Pfleger auch geguckt, wo er das gesagt hat. Da lief er noch rum.
In Mai ist er aus den Bett gefallen mit Loch in Kopf.
Ab September 2014 liegt er im Bett und wiegt nur noch 61 Kg.
Die Hände sind steif, man getraut Ihn nicht anzufassen.
Am 10.11.2014 habe ich ihn in meine Nähe geholt.
Denn dass die Krankheit so schnell bei meinem Mann gegangen ist, verstehe ich bis heute nicht. Auch wenn ich mich viel belesen habe. Es tut einem Leid, einen Menschen so zu sehen.
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