Wie äußert sich eine Demenz häufig zu Beginn?
Die ersten Anzeichen einer Demenz beginnen oft so schleichend, dass sie selbst von den engsten Angehörigen über lange Zeit nicht bemerkt werden. Oder sie werden bemerkt, aber nicht als das erkannt, was sie sind.
Diese Fehleinschätzungen hängen auch damit zusammen, dass es nicht unbedingt immer Gedächtnisstörungen sind, die am Anfang besonders auffallen. Häufig ist ein erstes Anzeichen eher eine gewisse Kraft- und Energielosigkeit. Die Betroffenen haben immer weniger Interesse an neuen Dingen, werden antriebsarm und ziehen sich zunehmend zurück.
Die Betroffenen versuchen oft, ihre Probleme nicht zu zeigen
Erste Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses treten zwar auch jetzt schon auf, fallen aber weniger auf oder werden kaschiert, weil es den Betroffenen peinlich ist (ohne dass sie wissen, worum es sich handelt). Ein typisches Anzeichen ist auch eine leichte Verwirrtheit. "Der zerstreute Professor"... Dinge und Erledigungen des Alltags werden durcheinander gebracht, gerade begonnene Arbeiten oder auch Sätze plötzlich wieder unterbrochen.
Wenn Sie bei Ihren Angehörigen derartige Anzeichen bemerken, ist es natürlich nicht einfach, dies anzusprechen. Aber vielleicht können Sie sie zu einem "Routine-Check-up" beim Arzt überreden. Und den Arzt bitten, darauf zu achten. Denn eine frühzeitige Behandlung kann den Verlauf erheblich beeinflussen.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
