Alzheimer: Neue Erkenntnisse über die Entstehung

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Eine Krankheit zu verstehen, bedeutet, sie behandeln zu können. Bei der Alzheimer-Demenz versteht man noch nicht so viel, deshalb sind Wissenschaftler ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Jetzt ist es Freiburger Forschern gelungen, wieder ein wenig mehr des Vorhanges zu lüften. Sie haben entdeckt, dass spezifische Fresszellen um die Blutgefäße den giftigen Eiweißbestandteil Amyloid, der für das Entstehen von Alzheimer verantwortlich gemacht wird, aus dem Hirn entfernen. Oder eben auch nicht.

 

Gesundheitspolizei im Hirn gegen die Demenz

Mehr als 20% der über 85jährigen Menschen weltweit leiden an der Alzheimerschen Erkrankung. Sie geht mit schweren Störungen des Erinnerungsvermögens und des Verhaltens, der Demenz, einher. In Deutschland gibt es etwa 700.000 Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind und jedes Jahr werden ca. 120.000 neue Fälle diagnostiziert.

Bei dieser Erkrankung sterben die Nervenzellen im Gehirn durch vermehrte Ablagerungen von Eiweißbestandteilen ab. Dieses sogenannte Amyloid wird aus einem Vorläuferprotein gespalten. Um sowohl abgestorbene Nervenzellen als auch das toxische Amyloid bei Alzheimer abzubauen und aus dem erkrankten Gehirn zu entfernen, gibt es eine spezielle „Gesundheitspolizei“ vor Ort. Eine ganze Familie von Fresszellen, die Makrophagen oder Mikrogliazellen, befindet sich an strategisch wichtigen Orten im Gehirn: direkt im Hirngewebe, aber auch an den Hirnhäuten, um die Gefäße und an anderen Stellen.

 

Besonders wichtig: die Fresszellen um die Blutgefäße herum

Professor Dr. Marco Prinz vom Universitätsklinikum Freiburg und Kollegen haben nun nachgewiesen, dass vor allem eine bestimmte Art von Fresszellen wichtig ist. Und zwar sind es nicht die Makrophagen im Hirngewebe selbst, sondern diejenigen um die Blutgefäße herum, die den Verlauf der Erkrankung und die Menge des abgelagerten Amyloids entscheidend beeinflussen. Diese Fresszellen um die Blutgefäße brauchen aber bestimmte Rezeptoren, um das Amyloid aufzunehmen und aus dem Hirn zu schaffen. Rezeptoren sind Strukturen oder Oberflächen von Zellen, über die bestimmte Reaktionen in die Zellen übermittelt werden.

WANC 08.08.2011
Quelle: Mildner et al. „Distinct and non-redundant roles of microglia and myeloid subsets in mouse models of Alzheimer`s disease“, Journal of Neuroscience, 2011

 



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