Demenz: Bluthochdruck erhöht das Risiko
Bluthochdruck ist ein typischer Risikofaktor für Demenzerkrankungen. Doch wie genau Blutdruck und Demenz zusammen hängen, darauf finden Wissenschaftler erst langsam eine Antwort. Sicher ist man sich allerdings, dass eine Störung des Blutflusses den Krankheitsverlauf beschleunigt.
Wenn zu wenig Sauerstoff ins Hirn gelangt
Jede Gehirnaktivität verbraucht Sauerstoff, der durch das Blut ins Gehirn gelangt. Der Blutfluss ist dabei genau reguliert – sobald in einer Hirnregion die Aktivität steigt, wird genau dieser Bereich stärker durchblutet. Ist die Regulation des Blutflusses gestört, kann das zu einer vaskulären Demenz führen – einer Erkrankung, die vor allem durch eine Verlangsamung der geistigen Aktivitäten gekennzeichnet ist.
Aber auch bei anderen Demenzerkrankungen besteht ein Zusammenhang zwischen Hirndurchblutung und dem Verlauf der Erkrankung. Dr. Gabor Petzold vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) untersucht diese Zusammenhänge bei vaskulären Demenzen, der angeborenen Gefäßerkrankung CADASIL, beim Auftreten von Demenz nach einem Schlaganfall und bei der Alzheimer-Erkrankung.
Durchblutungsstörungen möglicherweise schon Jahre vor der Demenz
Bei der Blutflussregulation durch die Aktivität von Nervenzellen spielen Astrozyten eine wichtige Rolle. Diese Zellen umhüllen die Blutgefäße und stehen mit den Synapsen in Kontakt. Sie reagieren auf synaptische Aktivität und geben das Signal an die Blutgefäße weiter.
Bei Alzheimer ist möglicherweise dieser Signalweg – und damit die Blutflussregulation – gestört. Auch wenn die tatsächliche Ursache für Alzheimer in Proteinablagerungen im Gehirn vermutet wird, beschleunigt eine Störung des Blutflusses offensichtlich den Krankheitsverlauf. Untersuchungen haben ergeben, dass Hirndurchblutungsstörungen schon früh eintreten, bevor sich die Symptome der Krankheit zeigen. Ein rechtzeitiges Eingreifen könnte den Krankheitsverlauf nach Ansicht von Ärzten verzögern.
WANC 02.08.2011
Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
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