Alzheimer lässt sich schon zehn Jahre vor dem Auftreten feststellen
Bei Menschen, die unter Alzheimer leiden, zeigen sich schon zehn Jahre, bevor die Krankheit tatsächlich offensichtlich wird, bestimmte Veränderungen im Gehirn. Ein Test soll nun das Risiko für eine zukünftige Erkrankung anzeigen. Ärzte hoffen, auf diesem Weg auch neue Behandlungsansätze etablieren zu können.
Ein bisschen Beta-Amyloid und viel Tau-Protein = hohes Risiko
Eine schwedische Arbeitsgruppe hat an der Universität Lund 140 Patienten mit leichten Gedächtnislücken untersucht. Bei manchen fanden sie eine bestimmte Kombination von zwei Substanzen, die im Stoffwechsel des Gehirns entstehen: eine geringe Konzentration von Beta-Amyloid und hohe Anteile vom sogenannten Tau-Protein. 91% der Patienten, bei denen die beiden Substanzen in diesem Verhältnis vorlagen, erkrankten innerhalb von zehn Jahren dann an Alzheimer. Bei den Betroffenen mit leichten Einschränkungen des Gedächtnisses, bei denen die Kombination der beiden Substanzen ganz normal war, war das Risiko für Alzheimer dagegen nicht erhöht.
Durch die Beobachtung der Entwicklung der beiden Substanzen konnten die Wissenschaftler das Voranschreiten der Erkrankung im Gehirn und die entstehenden Schäden an den Nervenzellen ziemlich exakt abbilden. Die Forscher wollen durch einen Test der Substanzen nun möglichst früh das Auftreten der Erkrankung vorhersagen. Das soll nicht nur ein früheres Einsetzen der Therapie, sondern auch neue Behandlungsansätze ermöglichen.
WANC 10.01.2011
Quelle: The Swedish Research Council
