Demenz: Die Folgen des Vergessens

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Die Demenz ist schon heute in Europa die zweithäufigste Ursache für Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Erkrankungen des Nervensystems. In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen Menschen mit Demenz. Und weil die Bevölkerung insgesamt immer älter wird, wird sich der Anteil in den nächsten 30 Jahren wohl verdoppeln. Damit steigen die Anforderungen an die Versorgung enorm.

 

Noch immer haben wir kein Gegenmittel

Das Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken, steigt nach dem 65. Lebensjahr an. Derzeit kommen auf  je 100.000 über 1.600 Demenzkranke. Dieser Anteil wird sich enorm erhöhen, weil wir alle immer älter werden und gleichzeitig immer weniger Kinder geboren werden oder einwandern.  Der Demenz-Report warnt davor, dass es damit immer weniger Menschen gibt, die sich um die Betroffenen kümmern können.

Denn das stellt der Report auch fest: Bisher lässt sich Demenz kaum heilen. Es gebe noch keine Substanz, die die Erkrankung zurück drängen könne. Das liege vor allem daran, dass die Wissenschaft die wirklichen Vorgänge im Gehirn, die zur Zerstörung der Nervenzellen führen, noch nicht entschlüsselt habe. Die meisten Stoffe, denen vielversprechende Wirkungen zugesagt worden waren, hätten enttäuscht, noch bevor sie in klinische Studien gelangt seien.

 

Versorgungsfrage: Regionen mit wenig jungen Menschen besonders gefährdet

Der Demenz-Report zeigt "Landkarten der Demenz". Das bedeutet, dass für jede einzelne Region der heutige Stand und die Prognose für 2025 aufgeführt werden. Nach den Berechnungen des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung dürfte sich in weiten Gebieten Ostdeuschlands bereits im Jahr 2025 die Zahl der Erkrankten verdoppelt haben. Besonders betroffen sind Mecklenburg-Vorpommern, Randgebiete Brandenburgs sowie Sachsen-Anhalt und Sachsen abseits der großen Städte.

Der Report warnt vor den einschneidenden Folgen für Bevölkerung und Gesundheitsversorgung. Das betrifft einmal die Frage, wie die medizinische Versorgung in Regionen sichergestellt werden soll, in denen die Jungen abwandern und immer mehr Alte zurück bleiben. Das betrifft aber auch die Frage, wie die Kommunen, die meist schon jetzt unter knappen Kassen leiden, in Zukunft finanzielle Mittel für Heimplätze und Pflegepersonal bereit stellen können

WANC 29.08.2011
Quelle: "Demenz-Report", Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

 



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