Alzheimer: Vererbung wichtiger als Umweltfaktoren

Ob man an einem Morbus Alzheimer erkrankt oder nicht, scheint sehr viel stärker von den Genen abzuhängen als von äußeren Faktoren wie Lebensstil oder Umwelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie, die auf Daten des schwedischen Zwillingsregisters zurückgriff.

 

Ergebnisse aus Zwillingsstudien

Für diese Fragestellung sind Zwillinge naturgemäß ein perfektes Studienobjekt. Wenn von zwei eineiigen Zwillingen beide an einer Alzheimer-Demenz erkranken, spricht das für die erbliche Komponente. Erkrankt nur einer, spricht das für äußere Faktoren. Also analysierten die Wissenschaftler die Daten von 392 Zwillingspaaren, von denen zumindest einer an Alzheimer erkrankt war.

Das Ergebnis: Bei den eineiigen Zwillingen war die Wahrscheinlichkeit, dass beide Geschwitzer erkrankten, sehr viel höher als bei zweieiigen Zwillingen. Auch der Zeitpunkt des Auftretens der Erkrankung war bei ihnen fast gleich (im Schnitt 3,7 Jahre Unterschied). Erkrankten beide zweieiigen Zwillingsgeschwister, lag der Ausbruch der Demenz im Schnitt über 8 Jahre auseinander.

Fazit: Bei der Frage, ob man persönlich unter einem hohen Risiko für eine Alzheimer-Demenz steht, spielen die Gene die Hauptrolle. Etwa 60-80% der Fälle entstehen im weitestens Sinne durch Vererbung. Das gilt für uns alle, also nicht nur für Zwillinge.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 16.02.06

 

 





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