Darmkrebs
Als Darmkrebs bezeichnet man alle bösartigen (malignen) Tumoren des Darmes. Mehr als 95 % aller bösartigen Tumore des Darms sind kolorektale Karzinome.
Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken. Kolorektale Karzinome verursachen zunächst sehr selten Symptome, sie entstehen fast immer aus anfangs gutartigen Darmpolypen.
Adenokarzinome
Als Adenokarzinom bezeichnet man einen bösartigen (malignen) Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgegangen ist. Es handelt sich dabei um die histologische (mikroskopische) Beschreibung eines chirurgischen Präparates oder einer Biopsie durch einen Pathologen. Die gutartige (benigne) Zellveränderung von Drüsengewebe nennt man dagegen Adenom.
Siegelringkarzinom
Bei Siegelringkarzinomen (auch Siegelringzellkarzinome) handelt es sich um schleimproduzierende Adenokarzinome, das heißt um maligne Tumoren von Drüsen. Die Tumorzellen sind durch die Produktion und Ansammlung von großen Mengen Schleim gekennzeichnet, wodurch die Zellkerne an den Rand gedrückt werden.
Leiomyosarkom
Das Leiomyosarkom ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der von der glatten Muskulatur ausgeht. Er macht etwa 1 % aller bösartigen Gebärmuttergeschwülste aus. Leiomyosarkome können auch von Haarbalgmuskeln ausgehen und somit prinzipiell an der gesamten Körperoberfläche auftreten.
Gastrointestinaler Stromatumor (GIST)
Als gastrointestinaler Stromatumor (GIST) wird ein seltener Bindegewebstumor (Sarkom) des Magen-Darm-Traktes (Gastrointestinaltrakt, von lat. Gaster „Magen“ und Intestinum „Darm“) bezeichnet. Gastrointestinale Stromatumoren treten am häufigsten im Bereich des Magens auf und verursachen unspezifische Beschwerden.
Vorkommen / Verbreitung
In den Industrieländern hat die Anzahl Darmkrebsneuerkrankungen in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen. Mit einer jährlichen Anzahl von Neuerkrankungen (Inzidenz) in Höhe von 30–35 pro 100.000 Einwohner ist der Darmkrebs eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen in Mitteleuropa und ist für etwa 15 % aller Krebstodesfälle verantwortlich.
Risikofaktoren
Die wichtigsten Risikofaktoren sind hohes Alter und das Vorkommen von Darmpolypen. Diese entarten häufig. Weitere, seltene Risikofaktoren sind genetische Vorbelastung (Familienmitglieder mit Darmkrebs in direkter Linie haben ein etwa dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko) sowie genetische Syndrome, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Darmkrebs einhergehen.
Pathogenese
Das molekularbiologische Wissen über die Entstehung des Darmkrebs hat in den letzten zwei Jahrzehnten enorm zugenommen. Meist entwickelt sich der Darmkrebs über gutartige Vorstufen, die Dickdarmadenome (sog. Polypen).
Symptome
Darmkrebs ist häufig sehr lange symptomlos. Erst wenn der Tumor in größerem Maße blutet, oder wenn er das Darmlumen nennenswert einengt, kommt es zu Symptomen. Typische Symptome sind dann Blut oder Schleim im Stuhl, Darmkrämpfe, Bleistift- oder Ziegenköttelstühle, Durchfälle und Verstopfungen, sowie häufig quälende Flatulenz.
Diagnostik
An erster Stelle stehen Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), eine allgemeine körperliche Untersuchung einschließlich einer digital-rektalen Untersuchung (Untersuchung des Enddarms mit dem Finger) und ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl.
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