Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Darmkrebs auf einen Blick

Auf diesem Portal finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Darmkrebs.

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Darmkrebs: die wichtigsten Fragen und Antworten

Darmkrebs ist heute in vielen Fällen heilbar. Und selbst in fortgeschrittenen Fällen hat sich die Lebenserwartung deutlich verbessert. Das liegt zum einen an den Vorsorgeuntersuchungen und der gut funktionierenden Früherkennung, zum anderen an verbesserten therapeutischen Möglichkeiten.

Dritthäufigste Krebsart in Deutschland

Jedes Jahr erhalten über 60.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Darmkrebs. Dabei geht es meistens um den Dickdarm, der damit den dritthäufigsten Entstehungsort für Tumoren im Körper ausmacht. Ein mehrheitlich bevorzugter Ort sind die unteren Darmabschnitte (Rektum und Sigma). Laut Statistik werden mehr als 6 von 100 Deutschen im Laufe ihres Lebens vom Darmkrebs in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten von ihnen (90%) sind dann älter als 50 Jahre. Die Erstdiagnose wird durchschnittlich am häufigsten im Alter von 65 Jahren gestellt.

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Das Gefährliche am Darmkrebs ist: Er macht sich lange Zeit nicht bemerkbar. Das gilt auch für andere Tumoren. Aber nicht alle sind so leicht vermeidbar wie der Darmkrebs. Die Zahl der Betroffenen könnte aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich niedriger sein,

  • wenn mehr Menschen auf einen gesünderen Lebens- und Ernährungsstil achten würden. Unser Immunsystem ist laufend und überall im Körper mit der Eliminierung von Krebszellen und solchen, die es werden könnten, beschäftigt. Deshalb sollte es uns ein Anliegen sein, die Risikofaktoren für Entartungen der Dickdarmschleimhaut zu minimieren und die eigenen Abwehrkräfte zu fördern. Das geht, wie den meisten von uns mehr oder weniger bewusst ist, vor allem über eine gesunde, u.a. ballaststoffreiche Ernährung, Nikotinverzicht, weniger  Alkohol und dafür mehr Bewegung, guten Schlaf und einen achtsamen, stressreduzierenden Lebenswandel.
  • wenn mehr Menschen die empfohlene Darmkrebsvorsorge stärker in Anspruch nähmen. Darmkrebs kann erfreulicherweise durch ärztliches Eingreifen vermieden werden. Nämlich dann, wenn er bereits in der Vorstufe, als noch gutartiger Darmpolyp (Adenom) im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt wird.

Sehr gute Heilungsaussichten im Frühstadium – aber meist erst später erkannt

Und selbst dann, wenn sich bereits ein Kolonkarzinom gebildet hat, ist eine vollständige Heilung möglich. Das gilt aber vor allem zu Beginn des Krankheitsverlaufs. Im Stadium I liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei etwa 95%, im Stadium IV nur noch bei 5%, immer abhängig von verschiedenen individuellen Faktoren.

Die traurige Nachricht ist: Die mittlere 5-Jahres-Überlebensrate liegt nur bei 40-60%. Warum? Weil der häufigste Befund bei Diagnosestellung dem Stadium III entspricht. Der Befund lautet im Fachjargon „T3 N+“. Das bedeutet, dass der örtliche Tumor schon recht groß ist (T3) und bereits ein Lymphknotenbefall besteht (N+). Damit ist zwar noch lange kein Todesurteil für den Betroffenen gesprochen. Mit einer bloßen Operation wie im Frühstadium ist es dann aber nicht mehr getan.

Das medizinische Vorgehen sieht in diesem Fall regelhaft eine Chemotherapie im Anschluss an die OP vor. Manchmal auch schon vorher (medizinisch: neoadjuvant), um den Tumor zu verkleinern. Die Chemotherapie wird eingesetzt, um den chirurgischen Eingriff zur kompletten Tumorentfernung (Sanierung) zu unterstützen. Das wird in fortgeschritteneren Stadien als erforderlich betrachtet, um verbliebene Krebsreste bzw. zerstreute Krebszellen unschädlich zu machen, die für den Operateur nicht als solche erkennbar sind. Unter Umständen wird der Einsatz der Krebsmedikamente mit einer Bestrahlung kombiniert (Radiochemotherapie). Geht es bei ungünstigen Heilungsaussichten vor allem um die Linderung von Beschwerden, spricht man von einer palliativen Chemotherapie.

Entscheiden Sie sich in Ruhe für das beste Behandlungsangebot

Wenn Sie die Diagnose Darmkrebs erhalten haben, ist das natürlich ein Schock, der erst einmal verdaut werden muss. Das braucht Zeit, ebenso wie das anschließende Einholen wichtiger Informationen. Die Krankenkassen unterstützen übrigens Ihren Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung, indem sie sie bezahlen.

In dieser Situation ist es für Sie wichtig zu wissen: Ein Darmkrebs wächst in aller Regel langsam und ist, bis auf wenige Ausnahmen, kein Notfall. Lassen Sie sich deshalb bei den nun anstehenden Entscheidungen nicht unter Druck setzen. Vor allem nicht bei der Auswahl eines geeigneten Krankenhauses. Es ist wissenschaftlich belegt, dass der Heilungserfolg mit der Qualität und Erfahrung des Chirurgen steigt.

Die größte Behandlungserfahrung und die höchsten Qualitätsstandards finden Sie normalerweise in einem zertifizierten Darmkrebszentrum. Die gebündelte Kompetenz ist auch notwendig, wenn Ihr Darmkrebs bereits Metastasen ausgebildet hat. Eine Heilung ist dann zwar erschwert, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Die besten therapeutischen Möglichkeiten sollten zumindest als Option verfügbar sein.

Wie geht es ohne Dickdarm?  Und mit künstlichem Darmausgang?

Natürlich steht bei der Operation neben der Krebsentfernung das Ziel im Vordergrund, möglichst viel vom Darm und den normalen Verdauungsabläufen zu erhalten. Das gelingt aber nicht immer. Mitunter muss mehr oder weniger der komplette Dickdarm entfernt und manchmal auch ein künstlicher Darmausgang gelegt werden. Das geht und wird in vielen Fällen nach erfolgter Eingewöhnung weniger dramatisch empfunden als zunächst befürchtet. Natürlich stellen sich aber auch hier viele Fragen. Kann man nach Entfernung des Dickdarms noch "normal" leben? Kann ein künstlicher Darmausgang auch wieder rückgängig gemacht werden?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um den Darmkrebs, seine Behandlung und Nachsorge und natürlich zur empfehlenswerten Vorsorge finden Sie auf diesem Portal. Wir hoffen, Ihnen damit weiterhelfen zu können und freuen uns auf Ihre Kommentare und ggf. weitere Fragen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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