Hormonstoffe aus Pflanzen senken Brustkrebsrisiko
Die Inhaltsstoffe von Pflanzen können krebshemmende Eigenschaften entfalten. Das haben jedenfalls Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nachgewiesen. Die sogennanten Phytoöstrogene sollen insbesondere bei Brustkrebs das Sterberisiko sowie das Risiko für Metastasen oder einen Folgetumor um bis zu 40% verringern.
Phytoöstrogene sind pflanzliche Stoffe, die Ähnlichkeiten mit den menschlichen Hormonen aufweisen. Deshalb können sie in unserem Körper verarbeitet und zu Enterolakton umgewandelt werden. Und Enterolakton ist anscheinend in der Lage, das Wachstum von Brustkrebszellen zu hemmen. Prof. Dr. Jenny Chang-Claude und ihre Kollegen vom DKFZ ermittelten, dass Frauen mit einem hohen Enterolakton-Spiegel ein wesentlich geringeres Sterberisiko hatten als die Frauen mit dem niedrigsten Enterolakton-Spiegel. Das galt genauso für das Auftreten von Metastasen und Zweittumoren.
Warum die Skandinavier seltener erkranken
Dass Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere die Phytoöstrogene, krebshemmende Wirkungen entfalten, ist schon seit spätestens 1997 bekannt. Im sogenannten NordFood-Programm hatten Wissenschaftler den Grund dafür gesucht, dass die Bewohnerinnen der skandinavischen Länder seltener an Brust- und Darmkrebs erkranken. Dabei wurde als eine der Ursachen ermittelt, dass Skandinavier viel mehr Getreideballaststoffe zu sich nehmen. Aber gerade in der Schale des Vollkornroggens befinden sich hohe Anteile von Lignanen, die zu den Phytoöstrogenen gehören.
Chang-Claude betont in diesem Zusammenhang noch einmal, wie wichtig die Ernährung für die Vorbeugung vor Brustkrebs ist. Sie empfiehlt eine Kost reich an Vollkornprodukten, Salaten und Gemüse. Von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln rät sie ab.
WANC 13.09.2011
Quelle: Journal of Clinical Oncology, 2011, DOI: 10.1200/JCO.2011.34.6478, Dtsch Arztebl 1997; 94(47): A-3202 / B-2710 / C-2517
