Bei familiärem Brustkrebsrisiko lohnt ein intensiveres Vorsorgeprogramm

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Frauen, bei denen mehrere enge Verwandte an Brustkrebs erkrankt sind, und das möglicherweise auch noch relativ früh, zählen zur sogenannten Hochrisiko-Gruppe. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie auf Nummer sicher gehen und an einem intensiveren Vorsorgeprogramm teilnehmen, als es sonst empfohlen wird. Denn eine rechtzeitige Entdeckung kann Schlimmeres verhüten. Darauf machte jetzt einmal mehr Professor Ulrich Bick, Radiologe an der Universitätsklinik Charité in Berlin aufmerksam.

Der Wert der flächendeckenden Brustkrebsfrüherkennung ist durchaus umstritten. Denn einige Experten halten die Routine-Mammographie zum einen nicht für verlässlich genug. Zum anderen verlege sie im Zweifel lediglich den Diagnosezeitpunkt nach vorn, ohne etwas an der Prognose zu ändern. Für Frauen in der Hochrisikogruppe gilt dies laut Prof. Bick aber nicht.

 

Besondere Vorsicht bei Verwandten mit Brustkrebs vor dem 50. Lebensjahr

Während eine Frau normalerweise ein maximal 10%iges Risiko hat, irgendwann im Laufe ihres Lebens einen Brustkrebs zu entwickeln, beträgt diese Wahrscheinlichkeit bei entsprechender familiärer Veranlagung bis zu 80%! Dann lohnt sich ein intensiviertes Vorsorgeprogramm.

Von einem besonders hohen Risiko geht man aus, wenn zwei bis drei engere Verwandte (Schwester, Mutter, Oma) an Brustkrebs erkrankt sind und wenn die Verwandten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung unter 50 Jahre alt waren. In diesem Fall ist es nämlich sehr wahrscheinlich, dass die Krebsfälle nicht "zufällig" auftraten, sondern aufgrund einer genetischen Belastung.

 

Auch Ultraschall und Magnetresonanztomographie im Einsatz

Zum Hintergrund: Etwa 10% aller Brustkrebs-Fälle sind genetisch bedingt. Das Problem: Gerade diese Tumoren wachsen besonders aggressiv. Um so wichtiger ist hier also eine rechtzeitige Entdeckung.

Im Früherkennungsprogramm für Frauen mit erhöhtem Risiko werden neben der Mammographie auch routinemäßig Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, so Bick. Das ist aufwändig, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, eine Wucherung schon sehr früh zu erkennen. Außerdem sollten die Vorsorgeuntersuchungen sehr viel früher beginnen als üblich. Also nicht erst ab dem 50. Lebensjahr, sondern oft schon ab einem Alter von 25 Jahren.

 

WANC/zo 06.06.2011
Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

 

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