Blasenentzündung: die wichtigsten Fragen und Antworten

Blasenentzündung - Pflanzen

Blasenentzündungen sind weit verbreitet. Schätzungsweise jede zweite Frau wird im Laufe ihres Lebens von diesem Ungemach ereilt. Und das nicht selten wiederholte Male. Der Mediziner spricht dann von einer rezidivierenden Zystitis (wiederkehrende Blasenentzündung). Gesicherte Zahlen gibt es zur Verbreitung nicht, da viele betroffene Frauen gar nicht erst zum Arzt gehen. Eine Blasenentzündung tritt häufig bei jüngeren Frauen mit aktivem Sexualleben auf. Die Keimverschleppung beim Geschlechtsakt gilt als ein typischer Infektionsweg. Daran ändert auch die Benutzung eines Kondoms nichts. Denn die verantwortlichen Bakterien (v.a. gramnegative wie z.B. Escherichia coli) werden nicht vom Geschlechtspartner übertragen, sondern stammen überwiegend aus dem Darm- bzw. Afterbereich der Frau selbst. Das ist übrigens der Grund für die Empfehlung zur richtigen Toilettenhygiene, die da lautet: von vorne nach hinten abputzen, nicht umgekehrt.

Begünstigende Faktoren: kurze Harnröhre der Frau, vergrößerte Prostata beim Mann

Im Geschlechtervergleich begünstigt die kurze Harnröhre (ca. 3-4 cm) der Frau den Aufstieg der Bakterien in die Harnblase. Der Mann hat diesbezüglich klare Vorteile (ca. 20 cm). Das ändert sich allerdings im höheren Alter. Jenseits der 60 sorgt nämlich nicht selten eine vergrößerte Prostata für Behinderungen im Harnfluss und damit aus bakterieller Sicht für bessere Aufstiegs- und Wachstumsmöglichkeiten. Wobei die Harnwegsinfektion mitunter als eine Entzündung der Prostata fehlinterpretiert wird. Bei den Frauen tragen die sinkenden Östrogenspiegel während der Wechseljahre zu einem Anstieg der Harnwegsinfekte bei. Dadurch werden die Schleimhäute der unteren Harnwege poröser und damit anfälliger für bakterielle Infektionen. Im Seniorenalter kommen damit die Blasenentzündungen insgesamt häufiger vor als in jüngeren Jahren und die Diskrepanz in der geschlechtlichen Verteilung nimmt ab.

Typische Symptome bei einer Blasenentzündung: häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen

Die Symptomatik der Blasenentzündung ist recht typisch: plötzliches Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, außerdem der gesteigerte Drang zum Urinieren, auch wenn kaum etwas kommt. Oft entsteht das Gefühl eines Druckwiderstands, bei verkrampfender Blase gesellen sich eventuell etwas höher sitzende Unterleibschmerzen hinzu.

Ähnliche Beschwerden kann mitunter eine Reizblase verursachen. Auch sie kommt häufiger vor, wird aber nicht durch Bakterien verursacht.

Die Abklärung erfolgt über die Untersuchung einer Urinprobe. Diese gehört obligatorisch, also immer zur Diagnostik beim Verdacht auf Harnwegsinfekt. Wenn Bakterien am Geschehen beteiligt sind, finden sich im Urin mittels Teststreifen in der Regel Blutspuren. Mit bloßem Auge zu sehen sind diese aber bei leichteren Verläufen zumeist nicht. Ist bei einer entzündeten Blase also immer der Gang zum Arzt erforderlich? Die Frage, die sich daran unmittelbar anschließt, lautet: Muss eine Blasenentzündung immer mit Antibiotika behandelt werden?

Antibiotika bei einer Blasenentzündung: häufig nicht nötig, aber immer bei drohenden Komplikationen

Letzteres wird von den meisten Ärztegesellschaften und der nationalen Behandlungsleitlinie grundsätzlich bejaht. Zwei Gründe werden dabei hauptsächlich ins Feld geführt: das rasche Abklingen der Beschwerden und die gebannte Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Entzündung - sofern die aktuelle Resistenzsituation bei der Präparatewahl berücksichtigt wird und das Mittel anschlägt. Beide Argumente lassen sich nicht verleugnen. Mit einer Ausbreitung der Infektion über die Harnleiter bis in die Nieren ist tatsächlich nicht zu spaßen. Blasenentzündungen sind der häufigste Grund für eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Diese kann unter Umständen zur kompletten Zerstörung der betroffenen Niere führen und eine Nierenentfernung bzw. Dialyse erforderlich machen. Im allerschlimmsten Fall kann es auch zu einer Verschleppung der Bakterien über den Blutkreislauf (Sepsis) mit drohender Todesfolge kommen. Das sind glücklicherweise alles eher seltene Ausnahmen, der Gefahr bewusst sollte man bzw. frau sich aber sein. Anzeichen für ein Übergreifen der Infektion von der Blase auf die Niere sind Rücken- bzw. Flankenschmerzen und Fieber. In diesem Fall sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch bei besonders ausgeprägten Beschwerden, wenn die Symptomatik länger als drei Tage anhält oder wenn sich der Urin sichtbar eintrübt oder blutig verfärbt.

Blasenentzündung: Viel trinken, Wärme und Heilpflanzen können helfen

Beim üblicherweise milderen Verlauf bestehen relativ gute Aussichten, die Blasenentzündung auch ohne Antibiotika wieder loszuwerden. Die Chancen der Selbstheilung werden auf 30-50% geschätzt. Deshalb halten bei leichten Beschwerden viele Ärzte in den ersten zwei bis drei Tagen eine unterstützende Behandlung ohne Antibiotika für ausreichend. Viel trinken (Wasser, ungesüßter Kräutertee) ist ja ganz allgemein gesund, bei Blasenentzündung aber besonders wichtig. Auf dem durchspülenden Effekt zur beschleunigten Bakterienelimination beruht auch die Wirkung des „Blasentees“.

Desweiteren hilft Wärme. Zum einen in Form einer Wärmflasche oder als Sitzbad zur Entspannung der entzündlich verkrampften Blasenmuskulatur. Zum anderen in Form einer angemessen warm haltenden und trockenen Bekleidung (auch an den Füßen!). Denn eine Unterkühlung im Genitalbereich spielt den unerwünschten Bakterien nur in die Hände. Außerdem kann eine pflanzliche Therapie sowohl die Symptome lindern als auch den Heilungsverlauf fördern. Die dafür geeigneten Heilpflanzen haben entzündungshemmende, wassertreibende (diuretische), muskelentspannende bzw. krampflösende oder auch direkt antibakterielle Wirkungen.

Beugen Sie vor! Und schauen Sie über den Blasenrand hinaus …

Last not least: Vermeiden Sie Blasenentzündungen, vor allem wiederholte! Antibiotika helfen zwar meistens kurzfristig. Sie können aber auf Dauer (u.a. durch negative Beeinflussung des Bakterienmilieus) einen größeren Schaden als Nutzen bewirken. Dabei sollten Sie sich klar machen, dass im Normalfall nicht die „bösen“ Bakterien das eigentliche Problem sind. Viele von ihnen treiben sich mehr oder weniger ständig in unserem Körperumfeld herum. Vielmehr ermöglichen meist erst begünstigende Umstände und eine geschwächte Abwehr, dass es überhaupt zu einer Infektion kommt.

Die Vorbeugung ist häufig relativ einfach, wir haben Ihnen ein paar Tipps dafür zusammengestellt. Manchmal bedarf es aber auch einer grundsätzlicheren Analyse, in die der Lebensstil und vor allem die Ernährung miteinbezogen werden sollte.

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