Asthma und Allergien: Direkter Zusammenhang mit dem Bruttosozialprodukt

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Ungesunde Ernährung mit viel Fast Food und ein Aufwachsen in einer wirtschaftlich florierenden Region – das sind die zwei Nährböden, auf denen Allergien und Asthma entstehen. So zumindest lautet das Ergebnis einer großen, weltweiten Beobachtungsstudie zu diesen Erkrankungen. Bei denen es sich demnach um klassische Wohlstandserkrankungen handelt.

 

Klassische Wohlstandserkrankungen

Die sogenannte ISAAC-Studie läuft jetzt schon seit 20 Jahren. In 106 Ländern wurden seitdem über 2 Millionen Kinder und Jugendliche untersucht und deren Eltern befragt. Und das zentrale Fazit: Je höher das Bruttosozialprodukt eines Landes, desto höher ist die Häufigkeit von Allergien, Heuschnupfen und Asthma. Ein Beispiel: In England oder den USA ist die Asthma-Rate bei Kindern und Jugendlichen bis zu zehnmal höher als in Albanien.

Die englischsprachigen Länder liegen fast durchweg auf den vorderen Plätzen, was die Häufigkeit dieser Erkrankungen angeht. Experten führen das auf die Essensgewohnheiten in diesen Staaten zurück. Nirgendwo wird so viel Fast Food und fettreiche Kost verzehrt wie in diesen Staaten, angeführt von den USA. Und diese Ernährung mit vielen ungesunden sogenannten Trans-Fettsäuren gilt als Risikofaktor für die Entstehung von Allergien und Asthma. Mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch scheint dagegen eher zu schützen.

 

In den neuen Bundesländern deutlich weniger Allergien und Asthma

Deutschland liegt im Ländervergleich übrigens im Mittelfeld. Allerdings gibt es ein West-Ost-Gefälle. In den alten Bundesländern gibt es wesentlich mehr Kinder und Jugendliche mit Allergien und Asthma als in den neuen Bundesländern. Die gute alte Krippenkultur in der früheren DDR wirkt hier immer noch positiv nach.

Nicht wirklich überraschend, aber gleichwohl erwähnenswert: Auch das Leben in der Nähe verkehrsreicher Straßen und in einem Raucherhaushalt erhöhen das Risiko für Asthma beträchtlich. Längeres Stillen des Neugeborenen hingegen wurde abermals als Schutzfaktor ermittelt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn 11.04.2011
Quelle: International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC), Universität Münster (WWU)

 

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