Welche Symptome hat die Nesselsucht?

Typische Nesselsucht-Symptome sind ein plötzlich auftretender roter Hautausschlag, der meist stark juckt. Die entzündeten Hautstellen sind erst leicht erhaben wie ein Mückenstich, werden dann aber zunehmend dicker. Es kommt dann zu richtigen roten Schwellungen auf der Haut, die auch Quaddeln genannt werden.

Wie die Quaddeln entstehen und wandern

Bei der Nesselsucht reagiert die Haut auf einen harmlosen Fremdstoff, der meist gar keinen Kontakt zur betroffenen Hautstelle hatte (z.B. Nahrungsmittel, Medikamente). Das Geschehen ähnelt einer Allergie, ist aber nur in 10% tatsächlich eine. Die Fehlreaktion des Körpers auf den Fremdreiz (auch Hitze oder Kälte können Auslöser sein) führt zur Ausschüttung des Botenstoffes Histamin an der Haut – wo das passiert, scheint oft wie vom Zufall bestimmt zu sein. Histamin lässt die Zellen durchlässiger werden, Wasser tritt aus, es bildet sich die typische Quaddel.

Typisch für die Nesselsucht ist auch das sogenannte „Wandern“ der Quaddeln. Das heißt: Die Quaddeln können an einer bestimmten Körperstelle wie von Zauberhand verschwinden und an einer anderen Stelle wieder auftreten. Allein daran erkennt man, dass es sich um eine systemische Reaktion des Körpers handelt, die mit dem betroffenen Hautareal meist nicht viel zu tun hat.

Juckreiz mit Besonderheit

Auffällig ist, dass man dem Juckreiz meist durch Druck mit den Fingernägeln entgegenwirken kann – dies unterscheidet die Nesselsucht von anderen Hauterkrankungen, wo dies nicht der Fall ist.

Der Hautausschlag ist für die Betroffenen meist sehr unangenehm und stellt häufig ein großes kosmetisches Problem dar. Die Erkrankung selbst ist in der Regel aber recht harmlos und auch nicht ansteckend.

Lediglich das sogenannte Quincke-Ödem, bei dem es zu starken Schwellungen und Beulen im Gesichtsbereich und an den Händen und Füßen kommen kann, ist eine gefährliche Sonderform der Nesselsucht. Sogar ein allergischer Schock mit Atemnot kann durch einen Nesselschub ausgelöst werden, tritt in der Regel aber nur sehr selten auf. Bei solch heftigen Beschwerden ist auf jeden Fall sofort ein Notarzt zu verständigen.

Autoren: Nina Peterz & Dr. med. Jörg Zorn

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