Welche Medikamente oder Salben helfen am besten gegen Nesselsucht?

Zur Therapie der chronischen Nesselsucht können folgende Arzneimittel eingesetzt werden:

Menthol- oder antihistaminhaltige Salben

Bei leichten Nesselsuchtbeschwerden, die binnen weniger Stunden auch ohne Therapie rückläufig sind, können bestimmte Salben zur schnelleren Linderung der Symptome aufgetragen werden. Zur lokalen Behandlung der Haut können menthol- oder antihistaminhaltige Salben, Gele z. B. Fenistil-Gel und Tabletten z. B. Loraderm sowie Lotionen mit schmerzbetäubenden Wirkstoffen z. B. Anaesthesulf-Lotio verwendet werden. Sie lindern den Juckreiz recht schnell.

H1-Antihistaminika

Antihistaminika wie Loratadin oder Cetirizin können die Wirkung der Histamine blockieren, die die Nesselsucht hervorrufen und somit die Quaddelbildung und den Juckreiz unterdrücken. Schon innerhalb der ersten 30 Minuten lassen der Juckreiz und die Rötung deutlich nach. Wichtig: Antihistaminika richten sich lediglich gegen die Beschwerden, heilen die Krankheit aber nicht. H1-Antihistaminika der zweiten Generation sind besser verträglich als Präparate der ersten Generation, können aber immer noch müde machen.

Glukokortikoide

Kortisonhaltige Medikamente werden in besonders schweren Fällen einer Urtikaria eingesetzt. Die Wirkstoffe stabilisieren die sogenannten Mastzellen, also jene Zellen, die maßgeblich an der Entstehung der Nesselsucht beteiligt sind. Bei einem Angioödem mit extremer Schleimhautschwellung, Blutdruckabfall oder Atembeschwerden, kann der Arzt hoch dosiertes Kortison spritzen.

Wichtig: Aufgrund der gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen sollten Kortisonpräparate immer nur kurzzeitig angewendet werden.

Immunsuppressiva

Sind Medikamente, welche die Funktionen des Immunsystems vermindern. Zur Behandlung einer Nesselsucht kann beispielsweise Chloroquin oder Ciclosporin A in Betracht gezogen werden. Ciclosporin A wird meist in Kombination mit einem Antihistaminikum verabreicht, sollte aber nur zum Einsatz kommen, wenn andere Behandlungsformen keine Erfolge versprechen.

Wenn Antihistaminika keine Wirkung zeigen, kann außerdem das Medikament Omalizumab, das seit 2014 zur Behandlung der chronischen Urtikaria in der EU zugelassen ist, eingenommen werden. Die Wirkung von Omalizumab richtet sich gegen frei im Blut zirkulierende IgE-Antikörper, die an Mastzellen binden können und so zu einer Histaminausschüttung führen. Es eignet sich für Patienten ab 12 Jahren.

Autorin: Nina Peterz

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