Was genau sind eigentlich Pollen?

Pollen, oder vielmehr Pollenkörner sind im weitesten Sinne die Spermien der Pflanzen. Und zwar der Samenpflanzen. Es handelt sich also um Keimzellen oder auch Mikrosporen. Sie werden von einer Pflanze fortgetragen (meist durch Wind, aber auch durch Wasser oder Tiere) und vereinigen sich – wenn sie Glück haben und richtig landen – mit dem Fruchtknoten einer anderen Pflanze der gleichen Art.

Ähnlich wie bei uns Menschen bildet eine Samenpflanze aber nicht nur ein Pollenkorn, sondern Millionen davon. Und deren Gesamtheit nennt man dann Pollen, oder auch Blütenstaub. "Die Pollen", als häufige und bekannte Allergie-Auslöser in aller Munde und vor allem in allen Medien, gibt es also streng genommen gar nicht. Es gibt nur "den Pollen", und der fliegt nicht umher. Dessen kleine Abkömmlinge, die Pollenkörner, aber sehr wohl, und das sind die, die uns ärgern. Zumindest, wenn wir allergisch sind.

Dem einen die Fortpflanzung, dem anderen die Allergie

Aber nun genug der Erbsenzählerei: Eigentlich dient der Blüten- oder Pollenstaub also der Vermehrung und Art-Erhaltung blühender Pflanzen. Er besteht aus meist pulverartigen, gelblichen und mikroskopisch kleinen Pollenkörnchen. Sie werden als Mikrosporen von Blumen, Gräsern, Kräutern, Sträuchern und Bäumen gebildet und vor allem über den Wind verbreitet. Dabei gibt es typische, artspezifische Zeiträume, die zudem noch von der regionalen Witterung abhängig sind.

Während der entsprechenden Pollenflugzeit wirken diese Pollenkörner bei dafür empfindlichen Menschen Allergie-auslösend und führen nach mehrfachem Kontakt zu den bekannten Symptomen, beispielsweise in Form eines Heuschnupfens. Der Grund dafür sind spezifische Immunreaktionen mit bestimmten Proteinen und Lipiden, die von den Pollenkörnern nach Kontakt mit der menschlichen Schleimhaut freigesetzt werden.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser &

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