Werden auf einer Lebensmittelverpackung alle bekannten Allergene ausgewiesen?

Nein, auf einer Lebensmittelverpackung werden nur die in der Lebensmittelverordnung genannten Allergene ausgewiesen. Das sind die 14 häufigsten allergieauslösenden Lebensmittel, als da wären:

  • glutenhaltiges Getreide, namentlich Weizen (wie Dinkel und Khorasan-Weizen), Roggen, Gerste und Hafer
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fische
  • Erdnüsse
  • Sojabohnen
  • Milch
  • Schalenfrüchte, namentlich Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien und Makadamianüsse
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid
  • Lupinen
  • Weichtiere

Nur diese 14 potentiell allergieauslösenden Lebensmittel sind kennzeichnungspflichtig. Übrigens seit 2015 auch auf loser Ware. Sie decken zwar etwa 90% aller allergieauslösenden Lebensmittel ab, aber eben nicht alle.

Umfangreichere Liste aus Holland

Umfangreicher, aber nicht kennzeichnungspflichtig auf Lebensmitteln, sind die Allergene aus der sogenannten ALBA-Allergen-Datenbank, die von der niederländischen Lebensmittelinformationszentrale gepflegt und zur Verfügung gestellt wird und die auf gemeldeten Fällen aus der EU basiert. Sie umfasst neben den Allergenen aus der Lebensmittelverordnung weitere Substanzen, für welche häufiger Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten beobachtet werden:

  • Laktose
  • Kakao
  • Glutamat
  • Hühnchenfleisch
  • Koriander
  • Mais
  • Hülsenfrüchte (Leguminosen)
  • Rindfleisch
  • Schweinefleisch
  • Karotte

Auf diese ALBA-Liste beziehen sich meist die Arzneimittelhersteller. Da jedoch beide Listen nicht alle potentiellen Allergene abdecken, kann man auf ein Lebensmittel oder ein Arzneimittel auch allergisch reagieren, wenn keine Allergene deklariert sind.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Menschen aus südlichen Ländern häufiger auf Steinobst allergisch reagieren, während ein Mitteleuropäer eher auf Kernobst reagiert. Das deckt sich mit der Beobachtung, dass die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion mit der Häufigkeit des Kontaktes mit einem Lebensmittel zunimmt.

Autorin: Dr. Kerstin Reider

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