Kuhmilchallergie: Wie decke ich meinen Calcium-Bedarf?

Bei einer Allergie auf Kuhmilcheiweiß sollten Sie zunächst einmal prüfen (oder prüfen lassen), ob Sie Ziegenmilch oder Schafmilch vertragen. Wenn das nicht der Fall ist oder Sie diese Milchprodukte nicht in Ihren Speiseplan integrieren wollen, heißt die Devise: mehr Calcium aus anderen Nahrungsmitteln. Dazu weiter unten mehr.

Auch allergisch gegen Milch und Käse von Schaf oder Ziege?

Aber zunächst noch einmal zur Schafmilch und Ziegenmilch. Milcheiweiß besteht immer aus zwei Komponenten:

  • dem schwerlöslichen Casein, aus welchem Quark und Käse hergestellt wird,

  • und den leichtlöslichen Molke-Eiweißen, die sich aus den Lactalbuminen und den Lactoglobuminen zusammensetzen.

Dabei kann eine Allergie entweder durch Casein, durch die Molkeproteine oder durch beide Komponenten hervorgerufen werden.

Casein ist bei allen Tierarten identisch. Reagiert man also allergisch auf Casein, müssen auch Schaf- und Ziegenmilch und daraus hergestellte Produkte wie Käse gemieden werden. Sind die Molkeproteine die Allergieauslöser, kann man einen Versuch mit Schaf- oder Ziegenmilch starten, denn Lactalbumine und Lactoglobuline sind spezifisch für eine Tierart. Hier werden dann auch Käse und andere Produkte aus Schaf- oder Ziegenmilch vertragen.

Schaf- und Ziegenmilch sind der Kuhmilch als Calciumquelle ebenbürtig, insbesondere Schafmilch ist sogar reicher an Calcium.

Und wenn man ganz auf Milchprodukte verzichten muss?

Muss man ganz auf Milchprodukte verzichten, sollte man andere gute Calcium-Quellen in den Speiseplan einbauen. Neben Gemüsesorten wie Grünkohl, Spinat und Brokkoli sind einige Nüsse, Kerne und Samen besonders calciumreich. Spitzenreiter sind dabei der Mohn mit über 1400 mg Calcium pro 100 g und der Sesam mit 970 mg Calcium pro 100 g, aber auch die Haselnuss (230 mg Calcium pro 100 g), der Leinsamen (260 mg Calcium pro 100 g) und die Mandel (250 mg Calcium pro 100 g).

Pflanzliche Milch-Alternativen sind im Hinblick auf die Calciumversorgung dagegen selten ein adäquater Ersatz. Vor allem Milchprodukte aus Getreide sind von Natur aus mineralstoffarm und werden nur künstlich mit Calcium angereichert. Etwas besser sieht es bei den Nussmilchen aus, vor allem der Mandelmilch, deren natürlicher Calcium-Gehalt höher ist. Mandelmilch wird daher häufiger als naturbelassene Milchalternative verwendet.

Autoren: Dr. Kerstin Reider & Dr. med. Jörg Zorn

Anzeigen