Gibt es bei der Tattooentfernung Alternativen zur Laser-Methode?

Etwa 15% der Deutschen ist heute tätowiert. Wenn sich Modetrends ändern oder das Tattoo einfach nicht mehr zum individuellen Lebensstil passt, möchte mancher seine Körperbemalung aber gern wieder loswerden. Wenn eine Tätowierung beseitigt werden soll ist die Entfernung mittels eines gütegeschalteten Lasers heute meist erste Wahl. Diese Methode ist zeitlich zwar langwierig, bietet aber optisch und medizinisch meist die besten Ergebnisse.

Gefahr für Allergiker

Durch die zwangsläufige Versprengung der Farbpartikel im Körper kann es in seltenen Fällen aber auch zu heftigen allergischen Reaktionen kommen. Wer stark zu Allergien neigt oder sogar schon mal einen sogenannten anaphylaktischen Schock erlitten hat, sollte von dieser Art der Lasertherapie aber lieber die Finger lassen.

Bei kleinen Tattoos kann die operative Entfernung – ggf. mit leichter Verschiebung des Hautareals – eine mögliche Alternative sein. Diese geht schnell und hat selten schwere Nebenwirkungen. Allerdings bleibt immer eine leichte Narbe zurück, weshalb man abwägen muss, ob einem diese oder aber doch die Tätowierung lieber ist. (Wenn man frisch verliebt oder neu liiert ist und noch den Namen des Ex-Partners eintätowiert hat, mag eine kleine Narbe eventuell das geringere Übel sein…)

Bitte keine Milchsäure

Eine weitere Alternative zum Lasern bietet die sogenannte Dermabrasion, bei der die betroffene Hautstelle quasi abgeschliffen wird. Farbpigmente können nach Abtragung der äußersten Hautschicht durch das Auflegen spezieller Mull-Kompressen nach und nach aufgesaugt und so recht behutsam entfernt werden. Allerdings besteht auch bei dieser Methode ein erhöhtes Vernarbungs-Risiko.

Nicht empfehlenswert ist hingegen die Verwendung von 40%iger Milchsäure, die in die Haut eingestichelt wird. Hier werden häufig Entzündungen produziert und das Ergebnis ist oft unbefriedigend.

Darüber hinaus werden – meist von Tattoo- oder Kosmetikstudios – noch eine Reihe weiterer Methoden angeboten, bei denen man sich das Geld aber lieber sparen sollte. Hierzu zählen diverse Tattoo-Cremes, Säuren, chemische Peelings etc. Im besten Fall sind sie einfach nur wirkungslos, im schlechtesten Fall verätzen sie einem die Haut dauerhaft.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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