Wie funktioniert die Tattooentfernung mit dem Laser?

Wenn eine bestehende Tätowierung definitiv nicht mehr gewünscht wird und entfernt werden soll, sollte man sich an eine Hautarztpraxis wenden. Tattoo- und Kosmetik-Studios, die gelegentlich auch entsprechende Serviceleistung anbieten, sind für diese nicht ungefährliche Prozedur eher ungeeignet.

Sprengung mit dem Laser

Die Entfernung wird heute meist mittels eines gütegeschalteten Lasers vollzogen. Durch die extrem kurze Pulsdauer und die hohe Energie des Laserstrahls werden die vom Körper eingekapselten Farbpigmente des Tattoos dabei quasi gesprengt. Anschließend werden die Farbreste von der Lymphflüssigkeit abgetragen.

Je nach Farbigkeit werden unterschiedliche Laser-Arten verwendet. Hierbei muss die Wellenlänge exakt auf die jeweiligen Farbpigmente abgestimmt werden. Die sogenannten Nd:YAG- und Alexandrit-Laser sind beispielsweise optimal für schwarze und dunkelblaue Töne geeignet, der Rubin-Laser besonders für grüne und der doppelfrequente Nd-YAG-Laser eher für rote Tattoo-Farben.

Generell kann man sagen, dass die früheren Laientätowierungen mit einfacher Tinte (India Ink) deutlich einfacher zu entfernen sind, als die heute üblichen professionellen Tattoos – besonders, wenn diese brillante, bunte Farben enthalten. Hier sollte man sich hinsichtlich des potentiellen Resultats möglichst offen beraten lassen und seine Erwartung an eine restlose Beseitigung eventuell ein wenig drosseln.

Sich ausreichend Zeit zu lassen ist das A und O bei der Lasermethode

Für ein optisch und medizinisch gutes Ergebnis ist es in jedem Fall wichtig, sich Zeit zu nehmen. Bei großen und farbigen Tattoos können schon mal zehn oder mehr Sitzungen im Abstand von jeweils sechs bis acht Wochen nötig sein. (Die früher üblichen CO2-Laser erlaubten zwar Entfernungen innerhalb einer Sitzung. Allerdings war das Ergebnis oft weniger befriedigend, die Risiken waren höher und die zu beseitigenden Tattoos damals meist nur einfarbig schwarz).

Im Vergleich zu anderen Methoden kommt es bei der Verwendung von gütegeschalteten Lasern nur selten zu Vernarbungen, besonders, wenn zwischen den Sitzungen genügend Zeit gelassen wurde. Meistens kommt es nach der Behandlung zu einer kurzzeitigen Minderpigmentierung der Hautstelle, wobei diese in einigen wenigen Fällen auch dauerhaft bestehen bleiben kann.

Andererseits kann die Tattoo-Stelle sich auch dunkler färben oder bei der Tätowierung entstandene Narben sichtbar werden lassen. Ein wichtiger Hautschutz ist hier die Vermeidung von starker Sonnenstrahlung/ UV-Licht bis zu acht Wochen nach der Lasertherapie. Wer stark zu Allergien neigt, sollte sich vom Arzt/ Ärztin besonders gut beraten lassen und ggf. auf eine Entfernung mit dieser Art Laser verzichten.

Örtliche Betäubung ratsam

Die Behandlung kann übrigens durchaus schmerzhaft sein, weshalb gerade bei der Entfernung größerer Tattoos meist eine lokale Betäubung verwendet wird. Auch die Zufuhr von Kaltluft während der Prozedur kann hier sehr hilfreich sein.

Die Kosten für die Entfernung müssen in der Regel selbst getragen werden, wobei man pro Sitzung meist zwischen 75 und 300 Euro zahlen muss. Je nach notwendiger Sitzungsanzahl kommen da schnell mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend Euro zusammen.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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