Wie kann man Keloide vermeiden?

Wer zu exzessiver Narbenwucherung, also Keloiden, neigt, sollte unnötige Verletzungen der äußeren Haut vermeiden. Dazu zählen neben Operationsnarben auch Piercings und Tattoos. Wer bei entsprechender Neigung jedoch eine notwendige OP vor sich hat, sollte die Wundbehandlung und das weitere Vorgehen mit seinen Ärzten absprechen – und zwar sowohl mit dem Chirurgen als auch mit dem nachbehandelndem Haus- oder Hautarzt.

Es kommt auch auf den Chirurgen an

Je nach Operationsgebiet können spezielle Techniken oder Nahtmaterialien dabei helfen, die Wunde möglichst fein und reizarm zu hinterlassen, sodass die Wahrscheinlichkeit einer späteren Wucherung sinkt.

Oftmals werden nach der ersten Abheilphase auch Druckverbände zur Vorbeugung empfohlen. Dabei wird die Narbe meist für mehrere Wochen oder Monate möglichst rund um die Uhr durch Kompressionsverbände, Mieder, Ohrringklipps o.ä. komprimiert. Der empfohlene Druck beträgt etwa 25 bis 40 mm Hg. Sanitärhäuser, Ärzte und Apotheker können hier beraten. Häufig werden zur Vorbeugung von Keloidbildung auch Auflagen mit Silikongel- oder Polyurethanfolie empfohlen, welche ebenfalls über eine längere Zeit auf der Narbe platziert werden. Hierbei ist wohl weniger das Silikon selbst wirksam, sondern eher die Luftdichte und der Druck, die durch das Tragen unterhalb der fest auf der Haut verklebten Folien entstehen.

Silikonpflaster, Druckverband, Massage... und ein wenig Selbstdisziplin

In nahezu allen Fällen kann darüber hinaus die regelmäßige Massage mit speziellen Narbencremes hilfreich sein. Auch hier kommt es wohl weniger auf die exakten Arzneistoffe an. Die Wirkung geht wohl eher von günstigen Begleitfaktoren aus, wie der verbesserten Durchblutung durch die sanfte Reibung, durch die optimale Befeuchtung etc.

All diese vorbeugenden Maßnahmen erfordern leider schon etwas Disziplin und regelmäßiges Engagement. Wer aber aus eigener Erfahrung oder durch familiäre Vorbelastung um eine solche Neigung weiß, für den lohnt die prophylaktische Narbenbehandlung, denn: Wenn sich in einer bestehenden Narbe bereits ein Keloid, also ein überschießender Narbenwulst, gebildet hat, ist eine Behandlung meist schwierig und in einigen Fällen auch erfolglos.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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