Wie behandelt man Keloide?

Wenn sich in oder aus einer bestehenden Narbe bereits ein Keloid, also eine Narbenwucherung, gebildet hat, ist eine Behandlung meist anspruchsvoll. Vor allem gilt: Einfaches Wegoperieren führt in den meisten Fällen zu einem erneuten und oft sogar vergrößerten Narbenwulst. Mit der guten Absicht ihren Patienten schnell von dem ästhetisch störenden Problem zu befreien, wird diese Tatsache aber selbst von Chirurgen nicht immer berücksichtigt.

Operation oft unumgänglich

Mit einem Keloid wendet man sich am besten an einen erfahrenden Dermatologen und bespricht dort die geeigneten Therapieoptionen. In Universitätskliniken gibt es oft sogar eine eigene dermatologische Ambulanz mit einer „Narbensprechstunde“. Je nach Problemlage lohnt sich hier auch ggf. eine längere Anfahrt.

Bei größeren, derben Narbenwucherungen kommt man um eine operative Entfernung des überschießenden Gewebes meist nicht herum. Während der OP gibt es die Möglichkeit, an der Narbe Kortison-Unterspritzungen bzw. Kortison-Einlagen anzuwenden. Diese sollen ein künftiges Wachstum verhindern.

Viele Spezialisten schwören auf die sogenannte Kryotherapie. Dabei wird die Narbenregion in regelmäßigen Abständen mit flüssigem Stickstoff bei -196°C quasi vereist. Bei kleinen Keloiden oder gerade erst beginnender, erneuter Keloidbildung kann eventuell sogar eine alleinige Behandlung mit der Kryotherapie ohne vorangehende Operation ausreichen.

Strahlentherapie nur in besonders hartnäckigen Fällen

Bei ständig wiederkehrenden und optisch besonders störenden Keloiden kann man eventuell auch eine spezielle Röntgentherapie in Erwägung ziehen. Hierbei kämen nur sehr oberflächlich eindringende Strahlen zum Einsatz, sodass man davon ausgeht, dass die gesundheitliche Belastung des Restgewebes sehr gering ist. Trotzdem sollten strahlensensible Körperregionen wie die weibliche Brust oder die Schilddrüse vorsichtshalber nicht mit dieser Methode behandelt werden. Die Strahlentherapie bei Keloiden würde unmittelbar nach der operativen Entfernung starten und über etwa eine Woche in regelmäßigen, kurzen Sitzungen verabreicht werden.

Da Keloide so schwierig zu behandeln sind, wurden im Laufe der Zeit schon diverse Therapiekonzepte probiert und wieder verworfen. Die folgenden Stichworte listen Behandlungsmöglichkeiten, die immer wieder mal eingesetzt werden, von denen Spezialisten bei der Behandlung von Narbenwucherungen aber mittlerweile eher abraten. Diese sind:

  • Interferon
  • Methotrexat
  • Verapamil
  • Bleomycin
  • Tacrolimus
  • Retinsäure
  • Zink
  • Cyclosporin
  • Imiquimod
  • Lasertherapie
  • Bestrahlung mit ultraviolettem Licht

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

Google-Anzeigen