Welches ist die häufigste Ursache für Haarverlust beim Mann?

Auch wenn es vielfältige Ursachen für plötzlichen oder kontinuierlich starken Haarausfall gibt – die bei Männern mit 95% und damit mit Abstand häufigste Form von Kopfhaar-Verlust ist die sogenannte androgenetische Alopezie.

Rund 50% aller Männer über 50 Jahren haben eine mehr oder weniger ausgeprägte AA – wie der Terminus in Fachkreisen auch abgekürzt wird. Dabei ist das Zusammenspiel von erblichen und hormonellen Faktoren dafür ausschlaggebend, wie stark die Haarminderung ausfällt und ab welchem Lebensalter sie auftritt.

Testosteron begünstigt Glatzenbildung

Man kann sagen, dass der individuelle Gen-Code festlegt, wie empfindlich die Haarwurzeln gegenüber den entscheidenden männlichen Geschlechtshormonen – den Androgenen – sind. Hauptverantwortlich für die androgenetische Haarreduktion ist ein Zwischenprodukt des Testosterons: das Dihydrotestosteron oder auch DHT genannt. Erhöhte DHT-Werte oder eine verstärkte Sensitivität der Haarwurzeln gegenüber den Effekten des DHTs werden von Wissenschaftlern als entscheidender Aspekt genannt. Diese führen zur Rückbildung der Haarfollikel, einer deutlich verkürzten Wachstumsphase des Haars und letztlich dem Ausfall.

Dabei folgt der Haarverlust meist einem spezifischen, typisch männlichem Muster, welches in der Klassifikation von Hamilton-Norwood beschrieben wird.

Mütterliche Gene sind entscheidend

Der charakteristische Haarkranz, der auch bei ausgeprägter Glatzenbildung meist noch erhalten bleibt, ist übrigens resistent gegenüber DHT, weswegen die Haare dort gern als Spenderhaar bei Haartransplantation verwendet werden.

Ob ein Mann volles Haupthaar, Geheimratsecken oder eine Vollglatze entwickelt, hängt übrigens zu 80% mit der Vererbung in der mütterlichen Linie zusammen. Der Schopf von Großvater und Urgroßvater auf Seiten der Mutter kann oft mehr über die künftige Haarpracht eines jungen Mannes aussagen als die Haardichte bzw. Kahlheit des eigenen Vaters.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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