Brustvergrößerung: Was ist eine Kapselfibrose und wie kann man sie verhindern?

Nach einer Brust-OP mit Nutzung von Implantaten ist die sogenannte Kapselfibrose mit etwa 5 - 10% Wahrscheinlichkeit eine recht häufige Begleiterscheinung. Hierbei bildet sich eine dünne Bindegewebsschicht um das Implantat, was eine natürliche Reaktion des Organismus auf den eingebrachten Fremdkörper darstellt.

Dass sich um körperfremdes Material jeglicher Form eine Art Narbengewebe legt, ist ganz normal – es wird quasi eingekapselt. Unklar ist aber, warum diese Bindegewebsschicht bei einigen Brustimplantaten reaktiv wird und zu einer Kontraktur (also einem Zusammenziehen des Gewebes) führt.

Leichte Formen der Kapselfribose machen keinerlei Probleme

In schwacher Ausprägung bereitet solch eine Kapselfibrose keinerlei Schwierigkeiten und muss folglich auch nicht therapiert werden. In schwereren Fällen kann sie durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Kontraktur der Brust Schmerzen bereiten und die Brust auch äußerlich sichtbar verformen.

Man unterscheidet folgende Ausprägungsgrade einer solchen Fibrose:

  • Grad 1: Kapselfibrose ist nicht sichtbar und nicht tastbar
  • Grad 2: Kapselfibrose ist minimal tastbar, aber nicht sichtbar
  • Grad 3: Kapselfibrose ist tastbar und bereits minimal sichtbar
  • Grad 4: Kapselfibrose ist schmerzhaft und direkt sichtbar

Diese gängige Schematisierung ist etwas vereinfacht: Denn auch in leichten Fällen können Schmerzen und unangenehme Brustspannung empfunden werden, während in anderen, schweren Fällen mit stark ausgeprägten Verformungen der Brüste keinerlei Beschwerden bestehen. Da man mit einer Brustvergrößerung ja gerade eine Verbesserung der Optik erreichen wollte, klingt eine potentielle Verformung, womöglich mit Schmerzen, natürlich besorgniserregend. Fakt ist, dass die schweren Formen aber nur selten vorkommen. Auch können sie dann mithilfe einer Korrektur-OP, bei welcher die Kapselfibrose entfernt und das Implantat ggf. ausgetauscht wird, meist befriedigend behandelt werden.

Risiken für eine Kapselfibrose reduzieren

Da ein bestimmter Bakterienstamm (Staphylococcus epidermis) überdurchschnittlich häufig in Kapselfibrosen gefunden wurde und eventuell in Zusammenhang mit der Entstehung von Kontrakturen steht, spült man die Implantate heutzutage vor dem Einsetzen in der Regel mit einer antibiotischen Lösung.

Aber auch Material und Oberflächenbeschaffenheit der Implantate können Einfluss auf die Bildung einer Kapselfibrose haben: So wurde festgestellt, dass texturierte (also raue) und silikonbeschichtete Brustimplantate seltener zu derlei Problemen führen als glatte, polyurethanbeschichtete. Und auch die Lage kann eine Rolle spielen, denn bei subpectoral, also unter den Muskel implantierte Einlagen kommt es ebenfalls deutlich seltener zu Kapselfibrosen. Wenn also diese Faktoren im individuellen Fall machbar und vor der Brustvergrößerung frei wählbar sind, kann man sein persönliches Risiko für spätere Komplikationen auf diese Weise schon deutlich reduzieren.

Um ein Verwachsen des verkapselten Implantats mit dem Brustgewebe zu verhindern, empfehlen einige Experten nach der Operation zudem regelmäßige und sanfte Brustmassagen. Durch diese einfache Methode kann die Wahrscheinlichkeit für Kontrakturen und Schmerzen oft ebenfalls deutlich minimiert werden.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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