Für wen kann eine Brustvergrößerung in Frage kommen?

Der umgangssprachliche Begriff „Brustvergrößerung“ heißt medizinisch Mamma-Augmentation (lateinisch: mamma = weibliche Brust und augmen = Vermehrung, Zuwachs).

Der Begriff umfasst allerdings nicht nur die reine Volumenzunahme der Brust, sondern oft auch eine entsprechende Optimierung der Form z.B. bei Asymmetrien oder Gewebeerschlaffung sowie gelegentlich auch eine Umpositionierung der Brustwarze.

Die häufigsten Gründe

Die häufigsten Gründe, weshalb sich Frauen für eine Brustvergrößerung entscheiden, sind:

  • Von Natur aus sehr kleine Brüste
  • Volumenreduktion durch Gewichtsverlust oder Schwangerschaft
  • Asymmetrie hinsichtlich Größe oder Form
  • Verlust der natürlichen Stützfunktion im Laufe des Lebens
  • Wunsch nach einer üppigeren Oberweite bei durchschnittlicher Brustgröße

Frauen beurteilen ihren Körper oft zu negativ

Brustvergrößerung - Brust-OPWie bei jedem rein kosmetisch-ästhetischen Eingriff sollte man sich selbstkritisch die Frage stellen, ob man unbedingt dem vermeintlichen Schönheitsideal entsprechen will oder gar muss. Kleinere Brüste beispielsweise sind ja kein Makel an sich – vielen gefallen sie sogar besonders gut. Und auch leichte Asymmetrien oder Formveränderungen werden von mancher Betroffenen oft deutlich negativer gesehen, als dieses rein objektiv der Fall ist oder aber von anderen, inklusive Partnern, wahrgenommen wird.

Hinzu kommt, dass selbst oder gerade bei idealem OP-Resultat die Brust möglicherweise etwas zu perfekt und damit künstlich aussieht – dies vor allem, wenn sie nicht wirklich zur individuellen Körperstatur oder zum Alter passt. Als schön wird gemeinhin nämlich eher das wahrgenommen, was im Gesamteindruck stimmig erscheint.

Aber: Wenn eine Frau nach reiflicher Überlegung glaubt, dass sie sich durch den Eingriff deutlich wohler in ihrer Haut und mit ihrer Brust fühlen würde, sollten Dritte ihr auch nicht pauschal abraten oder sie gar verurteilen. Bei aller gebotenen Vorsicht vor vermeintlich simplen Lösungen und dem kritiklosem Glauben an die Normierung des menschlichen, vor allem des weiblichen Körpers: Wenn jahrelang belastende Komplexe durch eine Operation ein Ende finden, darf man Schönheitsoperationen durchaus auch als Segen der heutigen Medizin sehen.

Druck vom Partner ist ein No-Go

Eines der schlechtesten Argumente für eine Brustvergrößerung wäre allerdings, wenn der Partner zur OP drängt. Ob subtil oder ganz offen – wenn eine Frau vom Freund oder Mann vermittelt bekommt, dass sie ohne den Eingriff nicht attraktiv oder gar liebenswert genug sei, sollte sie sich statt nach einer anderen Brustform möglicherweise lieber nach einem anderen Mann umsehen :-)

Eine solche Brust-Operation ist meist auch eine Frage des Geldes, denn nur in seltenen, meist ärztlich begründeten Ausnahmefällen wird diese von der Kasse bezahlt. Die Preise schwanken sehr stark, aber mit ein paar Tausend Euro (etwa zwischen 3.000 und 7.000) muss man in Deutschland auf jeden Fall rechnen.

Körperliche und emotionale Reife sind wichtig

Eine starre Altersmindestgrenze gibt es bei entsprechendem Leidensdruck – und bei Einverständnis der Eltern – übrigens nicht. Es ist allerdings medizinisch ratsam, die volle körperliche Reife abzuwarten, was meist erst nach dem 18. Geburtstag der Fall ist. Ein guter Indikator für die ebenfalls nötige emotionale Reife, ist – übrigens auch bei Volljährigen –, dass man den Eingriff realistisch sieht und keine überzogenen Erwartungen hat: Die Brüste sind nach der OP im besten Falle zwar optimiert... das Selbstbewusstsein, die Beziehung und das Leben an sich wird sich aber meist nicht grundlegend und nachhaltig verändern.

Und ein eventuell verzerrtes Körperbild oder tiefsitzende Selbstzweifel kann auch der beste Schönheitschirurg nicht beheben. Möglicherweise wird in einem solchen Fall bald schon die nächste Problemzone ausgemacht.

Man sollte also seine Motivation ehrlich prüfen und sich auch nach eventuell ersten Arztgesprächen genug Zeit lassen, dann wird man die richtige Entscheidung für sich persönlich schon finden – so oder so.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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