Was sollte ich zum Thema Bruststraffung wissen?

Der primäre Grund, weshalb Frauen eine Bruststraffung (Mastopexie) durchführen lassen, ist der Wunsch nach einer Formverbesserung der Brust. Im Laufe der Jahre – speziell bei starken Gewichtsverlusten, nach Schwangerschaften oder hormonellen Umstellungen wie der Menopause – verändert sich die Struktur der Brust. Insbesondere kommt es zu einem Volumenverlust, der je nach Hautbeschaffenheit die Brustkontur mehr oder weniger stark beeinflusst.

Auch die sogenannten Cooper-Ligamente, die eine natürliche Stützfunktion gewährleisten, erschlaffen mit der Zeit – dies schwerkraftbedingt besondere bei größeren und damit schwereren Brüsten.

Verschiedene Grade definieren die Ausprägung

Die Verlagerung der Brust nach unten wird medizinisch auch Ptosis genannt. Dabei kommt es zunächst zu einem meist gleichzeitigen Absenken des Drüsengewebes sowie der Region der Brustwarze, dem Mamillen-Areola-Komplex. In ausgeprägteren Stadien kann diese Verlagerung auch asynchron sein, sodass die Brustwarze auffallend tief am unteren Brustpol lokalisiert ist oder sogar nach unten zeigt.

Plastische Chirurgen verwenden zur Feststellung der Ptosis-Ausprägung die dreistufige Einteilung nach Regnault. Dabei wird die Lage der Brustwarze im Verhältnis zur unter der Brust gelegenen Umschlagfalte, der sogenannten inframammäre Falte oder auch IF beschrieben:

Bruststraffung (Mastopexie) - Ptosis-Ausprägung nach Regnault Bruststraffung (Mastopexie) - Ptosis-Ausprägung nach Regnault

Grad 1: Brustwarze liegt auf Höhe der inframammären Falte / IF
Grad 2: Brustwarze liegt leicht unterhalb der IF, aber oberhalb des Großteils der Brust
Grad 3: Brustwarze liegt deutlich unterhalb der IF

Stillen ist gut für Baby und Brust

Darüber hinaus gibt es noch den Begriff der Pseudoptosis: Hierbei kommt es zu einem Aussacken des unteren Brustanteils unterhalb der inframammäre Falte, wobei sich aber die Brustwarze oberhalb oder auf Höhe der IF befindet. Solch eine Situation kommt gelegentlich direkt nach dem Abstillen eines Säuglings vor, wenn sich die Milchdrüsen schneller zurückbilden als der Rest der hormonell noch veränderten Brust.

Übrigens und entgegen mancherlei Befürchtung: Viele Studien bezeugen, dass das Stillen eines Babys die Brustform in keinster Weise negativ verändert! Es ist lediglich die Schwangerschaft selbst, die Einfluss auf das spätere Aussehen der Brust haben kann.

Frage der Gene und des Geschmacks

Aber auch hier gilt: Ein entscheidender Faktor ist und bleibt die genetische Veranlagung. So haben viele Frauen – mit oder ohne Kinder – bis ins hohe Alter hinein eine formstabile Brust, während andere bereits in der frühen Jugend eher reife und sehr frauliche Brüste haben. Ob man eine solche Brustform gleich als „Hängebrust“ bezeichnet und eventuell sogar eine Bruststraffung in Erwägung zieht, ist sicherlich eine sehr individuelle Geschmacksfrage – beeinflusst von Zeitgeist, Mode und unmittelbarem Umfeld.

Doch sollte man sich hierbei nicht von Perfektionismus leiten lassen. Eine vermeintlich formvollendete Brust ist bei diesem Eingriff beispielsweise nicht ohne Narben und auch leichtem Größenverlust zu bekommen. Ein guter Indikator, ob man von einer Mastopexie profitiert, ist wahrscheinlich ein deutlich vorhandener Leidensdrucks bei einer sehr stark aussackenden Brustform.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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